Empfehlungen zur Vorbeugung

Folgende Maßnahmen können die Entstehung von Asthma verringern:

Ein Beitrag von Prim. Univ.-Prof. Dr. Josef Riedler, Leitung Abteilung Kinder- und Jugendmedizin am
Kardinal Schwarzenberg Klinikum GmbH, Schwarzach im Pongau

 

Vermeidung von Passivrauch

An erster Stelle steht die Vermeidung der Passivrauchbelastung des Babys im Mutterleib sowie nach der Geburt. Kein Faktor ist in der Asthma-Prävention so wichtig wie dieser.

 

Natürliche Geburt

Der zweite wesentliche Faktor bezieht sich auf die Gesamtheit der Darmbakterien. In diesem Zusammenhang gibt es klare Daten, dass eine zu hohe Kaiserschnittrate mit späterem Asthma assoziiert ist. Durch die Kaiserschnittgeburt entsteht eine unnatürlich sterile Situation, bei der es dem Neugeborenen unmöglich ist, der natürlichen und schützenden Bakterienflora des mütterlichen Geburtskanals ausgesetzt zu sein. Daher haben Kaiserschnitt-Kinder andere Darmbakterien als Kinder, die auf natürlichem Weg zur Welt kommen.

 

Kritischer Einsatz von Antibiotika

Aus demselben Grund sollten Antibiotika im 1. Lebensjahr sehr kritisch eingesetzt werden, da auch diese das Darm-Mikrobiom verändern und nachhaltig negative Wirkungen auf Kind und Erwachsene zeigen können.


Stillen

Stillen ist aus verschiedensten Gründen die beste Ernährung eines Babys. Es stärkt das Immunsystem, hat eine antiinfektiöse Wirkung, wirkt sich positiv auf die Mutter-Kind-Beziehung aus und vieles mehr. Den klaren Hinweis, dass Stillen späteres Asthma verhindert, gibt es zwar nicht. Trotzdem ist ausschließliches Stillen über die ersten 4 Monate als die beste Säuglingsernährung zu empfehlen. Hypoallergene Nahrungen haben keinen Einfluss auf die Entstehung eines späteren Asthmas und sind daher für die Prävention nicht geeignet. Auch spezielle Diäten während der Schwangerschaft und der Stillzeit machen keinen Sinn.

 

Beikost mit Beginn des 5. Lebensmonats

Eine verzögerte Einführung der Beikost oder ein spätes Einführen von Allergenen in die Ernährung des Säuglings bzw. Kleinkindes sind nicht zur Prävention des Asthmas geeignet und können sogar nachteilige Wirkungen haben. Beikost kann mit Beginn des 5. Lebensmonat schrittweise eingeführt werden.

Bei der Erdnussallergie kann es oft zu schwerem Asthma kommen. Einige internationale Gesellschaften empfehlen bei Kindern mit einem hohen Allergie-Risiko die frühe und regelmäßige Gabe von Erdnusspaste oder -flocken in den ersten Lebensmonaten und -jahren. Damit kann dieser häufig sehr gefährlichen Allergie vorgebeugt werden.

 

Ab auf den Bauernhof!

Das Aufwachsen auf Bauernhöfen und der regelmäßige Kontakt zu Stalltieren in den ersten Lebensjahren gilt als wichtiger Schutzfaktor vor dem Auftreten von Allergien und Asthma. Eine generelle Empfehlung, bei gesunden Kindern das Aufwachsen mit felltragenden Tieren zur Asthmavorbeugung zu vermeiden, kann nicht gegeben werden.

 

Allergenvermeidung

Bei einer bestehenden Allergie ist es eine sinnvolle und notwendige Maßnahme, den Kontakt mit dem Symptome auslösenden Allergen zu meiden bzw. auf ein Minimum zu reduzieren.

 

Spezifische Immuntherapie

Mithilfe einer spezifischen Immuntherapie, bei der das Allergen schrittweise zugeführt wird, kann der Körper wieder an den Allergieauslöser gewöhnt werden. Dass diese Behandlung bei Kindern mit Heuschnupfen eine geeignete Maßnahme sein kann, um das Auftreten eines späteren Asthmas zu reduzieren, lassen erste Studien vermuten.

News

20.06.2018
Wespengift-Allergie: Sicherer Schutz vor dem folgenschweren Stich

Eine Wespengift-Allergie ist der häufigste Grund einer schweren, mitunter lebensbedrohlichen allergischen Reaktion bei Erwachsenen. So gefährlich sie...
[mehr]

Partner
Logo von ALK
Logo von Allergopharma
Logo von Bencard Allergie
Logo von Ferdinand Menzl Medizintechnik GmbH
Logo von HAL Allergy Handels-GmbH
Logo von hautinfo.at
Logo von MEDA
Logo von Medizinische Universität Wien
Logo von Netdoktor
Logo von Österreichische Lungenunion
Logo von Pollenwarndienst
Logo von ROXALL Medizin
Logo von Stallergenes
Logo von ThermoFisher