Die Milbe ist nach den Pollen der häufigste Auslöser einer Allergie. Dennoch gilt sie als die „graue Maus“ unter den Allergien, denn häufig wird sie nicht wahr- oder ernst genommen. Nur etwa die Hälfte der Betroffenen findet den Weg zum Facharzt und damit zu einer fundierten Diagnose.1 Doch, je länger die Krankheit unerkannt und unbehandelt bleibt, umso mehr wird die Lebensqualität beeinträchtigt und das Risiko für Folgeerkrankungen wie allergisches Asthma steigt. Die Hausstaubmilben-Allergie gilt weltweit als häufigste Ursache von Asthma bronchiale – etwa ein Viertel aller Allergiker ist asthmakrank!
Kusine von Zecke und Spinne
Die Hausstaubmilbe gehört zur Familie der Spinnentiere. Diese Lebewesen sind mikroskopisch klein (etwa 1/3mm) und daher mit freiem Auge nicht sichtbar. Die Hausstaubmilbe lebt in jedem (noch so sauberen) Haushalt im Hausstaub, in Matratzen, Polstermöbeln, Teppichen oder Kuscheltieren und ist aus textilen Einrichtungsgegenständen mit herkömmlichen Methoden nicht zu eliminieren. Nicht die Milbe selbst löst Allergien aus, sondern ihr Kot und Teile ihres Panzers besitzen eine hohe allergische Potenz.
Im Frühling und zu Sommerbeginn, wenn die Temperaturen zu steigen beginnen und das Klima schön feucht ist, fangen die Milben an sich zu vermehren. Jedes weibliche Tier legt bis zu 40 Eier und lässt so alle drei Wochen eine neue Generation entstehen. Im Hochsommer erreicht ihre Fruchtbarkeit den Höhepunkt. Der Beginn der Heizperiode ist dann die belastendste Zeit für sensibilisierte Menschen. Durch den Kälteeinbruch im Herbst stirbt zwar ein Großteil der Milben ab, die mikroskopisch kleinen Kotpartikel bleiben uns jedoch erhalten und werden durch das Aufdrehen der Heizung mit dem Staub aufgewirbelt - und eingeatmet.
Typische Beschwerden sind morgendliche Niesanfälle, ein Schnupfen, der 10 bis 15 Minuten nach dem Aufstehen auftritt und nach mehrmaligem Naseputzen wieder abflaut sowie Husten bis zu Enge in der Brust. Müde und geschwächt aufgrund von Schlafstörungen leiden die Betroffenen oft unter erheblichen Einschränkungen in Schule, Beruf und Freizeit. Die beschwerlichen Symptome treten im Gegensatz zu einer Pollenallergie das ganze Jahr über auf und erreichen im Herbst ihren Höhepunkt.
Da die Symptome sehr stark einer Erkältung oder einem grippalen Infekt ähneln, die in der kalten Jahreszeit ebenfalls gehäuft auftreten, wird die allergische Reaktion in vielen Fällen als harmlose Verkühlung abgetan. Empfehlung der Experten: Dauern die Beschwerden länger als vier Wochen an, sollte dringend ein allergologisch versierter Facharzt (für Kinder-, Haut-, Lungen-, oder HNO-Krankheiten) oder ein Allergie-Ambulatorium bzw. eine Allergie-Ambulanz zurate gezogen werden.
1 Bauchau V, Durham SR. Eur Respir J. 2004 Nov; 24(5):758-64