im Wohnbereich

Die Änderung von Lebensgewohnheiten kann Ihre allergischen Beschwerden und Ihr gesamtes Wohlbefinden nachhaltig verbessern:

  • Geben Sie das Rauchen auf. Rauchen - auch Passivrauchen – kann die Entstehung von Allergien begünstigen. Das gilt besonders in der Schwangerschaft für das ungeborene Baby.
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem durch regelmäßige Bewegung.
  • Reduzieren Sie Stress.

Massnahmen zur Bekämpfung von Hausstaubmilben

  • Schaffen Sie ein ungemütliches Klima für die Milben (kühl und vor allem trocken):
    • Lüften Sie 3 bis 4 Mal am Tag 5 bis 10 Minuten raumdiagonal
    • Die Raumtemperatur sollte maximal 20°C betragen
    • Halten Sie die relative Luftfeuchtigkeit bei 40-50% (Benutzen Sie ein Hygrometer zur Kontrolle)
  • Die Milbenpopulation ist im Bett am größten. Damit werden im Schlaf besonders viele Allergene eingeatmet und die Beschwerden sind in den Morgenstunden am stärksten spürbar. Beziehen Sie daher Matratzen und Bettzeug mit milbendichten Bezügen mit Reißverschlüssen, sog. Encasings (verwenden Sie nur hochwertige Produkte, die ihre Wirksamkeit in klinischen Studien an Patienten bewiesen haben). Diese Überzüge nach jedem Bettwäschewechsel mit einem feuchten Einmaltuch abwischen. Mundschutz verwenden!
  • Alternative zum Matratzenüberzug ist ein Wasserbett. Tuchent und Polster sollten dennoch mit Encasings überzogen werden.
  • Die Bearbeitung von Matratzen mit Dampfstrahlreinigern ist zwecklos, da die äußerst widerstandsfähigen Hausstaubmilben und deren Eier und Larven in der Tiefe der Gewebe bzw. Schaumstoffmatratzen nicht zerstört werden.
  • Decken und Pölster sollten alle zwei Wochen gewaschen werden oder besser eine halbe Stunde im trockenen Zustand in den Wäschetrockner gegeben werden. Eine Temperatur von 60°C ist ausreichend, um die meisten Hausstaubmilbenallergene zu zerstören. Die wenigen restlichen Milbenallergene sind auch gegen höhere Temperaturen bis 100°C resistent.
  • Ziehen Sie Ihre Kleidung nicht im Schlaf- oder Wohnzimmer aus, denn menschliche Hautschuppen sind die Hauptnahrungsquelle von Milben.
  • Keine Topfpflanzen, Tiere und kein Essen im Schlafraum. Tiere bringen Nahrung für die Milben und auch Essensreste, Brösel, etc. dienen Milben als Nahrung.
  • Waschen Sie auch Ihre Kleidung (v.a. Pyjama!) mit mind. 60°C. Für empfindliche Textilien gibt es Waschmittelkonzentrate mit Anti-Allergen-Extrakten, die Allergene und Milben schon bei niedrigen Temperaturen beseitigen.
  • Die Feuchte muss auch aus dem Bettzeug. Daher täglich Tuchent und Polster morgens nach dem Aufstehen im Fenster oder am Balkon täglich auslüften.
  • Milbenallergene werden aufgewirbelt und dadurch auch in anderen Räumen verteilt. Das Entfernen von Staubfängern wie Vorhänge, Plüschtiere etc. sind daher auch außerhalb des Schlafzimmers empfehlenswert. Entfernen Sie möglichst alle Teppiche und andere Staubfänger, da diese ein Reservoir für Milbenallergene darstellen. Falls Sie doch nicht auf Teppiche verzichten möchten, behandeln Sie diese regelmäßig mit allergenbeseitigenden Substanzen.
  • Vermeiden Sie schwere Stoffvorhänge. Verwenden Sie stattdessen Jalousien oder leichte Gardinen, die häufig gewaschen werden.
  • Polstermöbel stellen einen bevorzugten Lebensraum der Milben sowie ein Reservoir für Milbenallergene dar. Ersetzen Sie Polstermöbel möglichst durch Holz, Kunststoff- oder glatte Ledermöbel bzw. reinigen Sie Polstermöbel und andere Staubfänger alle drei Monate mit milbenabtötenden Substanzen, da auf diese Weise das Nachwachsen der Milben gebremst wird. Derartige Substanzen stehen in der Regel als Sprühlösungen oder als Pulver zur Verfügung.
  • Stofftiere sollten regelmäßig mind. 48 Stunden in eine Tiefkühltruhe gegeben werden. Danach wenn möglich mit 60°C waschen oder absaugen bzw. auch so wie Decken und Pölster in den Trockner geben.
  • Bewahren Sie alle Kleider in geschlossenen Schränken auf. Kleidung außerhalb des Schlaf- und Wohnzimmers wechseln.
  • Für das Staubsaugen sollten spezielle milbendichte Staubsäcke und Filter (HEPA) verwendet werden. Tragen Sie als Allergiker eine Maske mit Allergenfilter. Noch besser ist feuchtes Aufwischen.
  • Reinigen Sie vor der Heizperiode alle Heizkörper sorgfältig.

Tipps für die Reise

  • Milben sind fast weltweit anzutreffen. In tropischen und subtropischen Gebieten ist eine Sensibilisierung auf Blomia tropicalis vorherrschend – eine Milbenart, die mit den Vorratsmilben verwandt ist. Als Urlaubsziel eigenen sich besonders Aufenthalte in Regionen mit trockenem Klima, z.B. im hohen Norden (z.B. Kanada, Russland, Island, die skandinavischen Länder), oder die mitteleuropäischen Regionen über 1.200 - 1.500 Meter Seehöhe. Weniger geeignet sind Urlaub am Bauernhof (besonders wenn auch eine Sensibilisierung auf Vorratsmilben vorliegt) oder Destinationen in den Tropen.
  • In der Nebensaison werden die Zimmer mehrere Tage bis Wochen nicht gereinigt und die Hausstaubmilbenbelastung ist dann entsprechend hoch. Bitten Sie um gründliche Reinigung und frische Bettwäsche.
  • Hotelzimmer sind meist mit Spannteppichen ausgelegt und die Matratzen sind alt. Erkundigen Sie sich bei der Zimmerbuchung, ob es auch Zimmer mit glatten Fußböden ohne Teppiche gibt.
  • Packen Sie Plastikfolie zur Umhüllung der Matratzen oder Kopfkissen ein.
  • Haben Sie einmal auf die Plastikfolien vergessen, verwenden Sie täglich frisch gewaschene Badetücher als Bettauflage und schlingen Sie sie um das Kopfkissen. Die Badetücher werden üblicherweise mit 95°C gewaschen und sind daher weitgehend milben- und allergenfrei.

Was tun bei Tierhaar-Allergie

  • Häufiges Reinigen der Bodenflächen (am besten feucht wischen) und der Tierpolster, Vermeidung von Teppichen.
  • Staubsauger mit HEPA-Filter verwenden.
  • Staubwischen und -saugen nur mit Maske und Schutzbrille (bzw. Nicht-Allergiker übernehmen das Staubsaugen), denn der Staubsauger bläst trotz Spezialfilter allergenhaltige Mikropartikel aus. Allergiker sollten den Raum daher erst nach Absinken der Schwebeteilchen, nach ca. 30 Minuten, wieder betreten.
  • Sprühlösungen zum Denaturieren der Tierallergene für Polstermöbel, Teppiche etc. verwenden
  • Wenn möglich, auf Möbel mit glatten Oberflächen umsteigen (z.B. Leder- statt Stoffsofa).
  • Tieren nur zu bestimmten Bereichen des Haushalts Zugang gewähren. Besonders die Schlaf- und Kinderzimmer müssen tierfreie Zonen bleiben, auch wenn die Familie außer Haus ist (Türen schließen!).
  • Katzenkiste in möglichst wenig frequentierten Räumen oder auf dem Balkon unterbringen
    und nur mit Maske und Schutzbrille reinigen (Kiste wenn möglich außerhalb der Wohnung
    aufbewahren).
  • Luftreiniger mit HEPA-Filter können zusätzliche Erleichterung bringen.
  • Nach jedem Kontakt mit Tieren die Kleidung waschen (Hände sowieso!).
  • Kleidung außerhalb des Schlafzimmers ablegen.
  • Bei schwerer Allergie/Asthma: Bei Zimmerbuchungen in Pensionen nach möglichen Haustieren des Hauses fragen und Zimmer mit einer Geschichte von Tieraufenthalten ablehnen.

Tipps zur Vermeidung von Schimmelbildung

  • Schaffen Sie ein schimmelfeindliches Wohnklima:
    • Mehrmals täglich stoßlüften: Ein paar Minuten lang Fenster ganz öffnen und raumdiagonal lüften. Gekippte Fenster (auch dauerhaft) ermöglichen hingegen keinen ausreichenden Luftaustausch, sondern fördern bei größeren Außen- und Innentemperaturen sogar die Bildung von Kondensfeuchte an den Wänden und damit Schimmelbildung!
    • Die optimale Luftfeuchte liegt bei 40-50% (mittels Hygrometer kann die Luftfeuchte überwacht werden)
  • Auf Fleckenbildung hinter Möbelstücken und Verkleidungen achten: Möbel mind. 5 cm weg von der Wand (insbesondere Außenwände!) stellen. So kann die Luft zirkulieren.
  • Möbel an den Innen- und nicht an den Außenwänden aufstellen.
  • Trocknen Sie keine Wäsche in der Wohnung.
  • Installation eines Ventilators im Badezimmer, der feuchte Luft ableitet.
  • Nach dem Duschen und Baden Restfeuchte im Badezimmer wegwischen und lüften.
  • Topfpflanzen entfernen (besonders Hydrokultur) oder die Erde mit Quarzsand bedecken.
  • Verwenden Sie beim Streichen der Wände Farbzusätze, die Schimmelbesiedelung verhindern.
  • Obst und Gemüse im Kühlschrank lagern.
  • Biokübel mit einer Atemschutzmaske mit Allergenfilter reinigen.
  • Gegenstände trocknen, bevor Sie sie im Keller lagern.

Schimmelsanierung im Innenraum

  • Reinigen: Im Handel wird eine Reihe von Chemikalien angeboten, die Schimmelpilze abtöten. Meist enthalten sie jedoch Chlor, Stickstoff, Schwefel oder Zinnverbindungen, die allesamt die Raumluft belasten und gesundheitsschädigend sind. Besser mit Wasserstoffperoxid, Sodalauge oder hochprozentigem Ethylalkohol vorsichtig den Schimmel abwischen (Achtung: Atemschutzmaske mit Allergenfilter, Schutzbrille und Handschuhe verwenden!). Nicht wegsaugen, denn dadurch werden die Sporen ausgeblasen und in der Atemluft verteilt (außer man verwendet einen Staubsauger mit HEPA-Filter). Nach der Anwendung von Chemikalien den Raum gut durchlüften.
  • Trocknen der feuchten Stellen (Trocknungs- bzw. Entfeuchtungsgeräte aufstellen). Geräte können auch im Baustoffhandel angemietet werden, sind aber nicht geeignet bei aufsteigender Mauerfeuchte, denn durch die starke Trocknung der Innenraumluft wird noch mehr Feuchtigkeit in die Wand gezogen.
  • Stoppen: Für den Menschen unbedenkliche Sprühlösungen bedecken die behandelte Oberfläche und unterbinden weiteres Schimmelwachstum. Sie sind im medizinischen Fachhandel erhältlich. Achten Sie darauf, dass die Fungizide keine gefährlichen Chemikalien enthalten.
  • Nachhaltige Ursachenbekämpfung von Mauerwerk
    Schimmelbekämpfung muss immer eine Ursachenbekämpfung sein, sonst kehrt der Schimmel wieder. Ist der Schaden größer als 50 cm2, sollte ein Profi aus der Baubranche zurate gezogen werden. Kleinere Schäden kann man selbst entfernen. Dabei ist es meist sinnvoll, die befallene Mauerstelle bis auf die Ziegel abzuschlagen, auszutrocknen, zu behandeln und neu aufzumauern. Wärmedämmung macht dann Sinn, wenn die Außenwände schlecht isoliert oder massive Kältebrücken vorhanden sind. Auf warmen Wandoberflächen gibt es keine Kondensation. Bevor gedämmt wird, muss das Mauerwerk aber trocken sein.