Medikamentöse Therapie des allergischen Asthmas

Die Behandlung richtet sich gegen die Entzündung in den Atemwegen und hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab. Deshalb kann sie sich im Laufe der Zeit immer wieder verändern. Dabei kommen zwei Arten von Medikamenten zum Einsatz:

Controller: Medikamente, die die chronische Entzündungsreaktion der Bronchien unterbinden (inhalatives Kortison, eventuell Leukotrien-Antagonisten)

Reliever: Medikamente, die den Krampf der Bronchien lösen und die Bronchien erweitern (Beta-2-Mimetika, kurz- oder langwirksam)

Achtung: richtig Inhalieren
Medikamente in der Asthmatherapie werden in der Regel eingeatmet – also inhaliert. Dabei ist es sehr wichtig, dass dies richtig gemacht wird. Nur dann können die Medikamente an den Wirkort in der Lunge gelangen. Jedes Inhalationsgerät erfordert ein individuelles Vorgehen für die korrekte Inhalation. Deshalb muss die Handhabung des Inhalationsgerätes vor der ersten Anwendung intensiv mit einem Arzt oder geschultem Fachpersonal (z.B. Atem-Physiotherapeuten) trainiert werden.

Schulungsvideos gibt's beim Austrian Severe Asthma Net

Die individuelle Anpassung der Therapie erfolgt schrittweise und kann nur vom Lungen- bzw. geschulten Kinderfacharzt durchgeführt werden. Therapiert wird nach einem Stufenschema, das sich an der erreichten Asthmakontrolle orientiert. Sinn der Stufentherapie ist, dass der Patient nur so viele Medikamente erhält, wie er für eine optimale Asthmakontrolle braucht. Kann das Asthma unter Kontrolle gebracht werden, reduziert man die Medikamente („step-down“).

Wenn der Asthmaspray nicht ausreicht: Medikamente als Spritze bei schwerem Asthma

Lässt sich das Asthma trotz einer stadiengerechten medikamentösen inhalativen Behandlung nicht kontrollieren, kommen weitere Wirkstoffe zum Einsatz, die als Spritze unter die Haut verabreicht werden:

  • Anti IgE: Das ist ein sogenannter monoklonaler humanisierter, gegen Immunglobulin E gerichteter Antikörper. Mit dieser Therapie können die für viele allergische Reaktionen verantwortlichen Immunglobulin E-Antikörper (IgE) im Blut abgefangen und neutralisiert werden. Damit wird die Ausschüttung von Entzündungsstoffen wie Histamin verhindert und die Allergiekaskade schon sehr früh unterbrochen.
  • Anti IL-5: Gegen Interleukin-5 gerichtete Antikörper werden erwachsenen Patienten mit schwergradigem eosinophilen Asthma empfohlen. Eosinophile sind als Teil des körpereigenen Immunsystems vor allem für die Abwehr von Parasiten zuständig. Bei Asthma sind sie in einem Übermaß in der Lunge vorhanden, wodurch vermehrt Botenstoffe (Interleukine – IL) produziert werden, die die chronische Entzündungsreaktion bei Asthma bronchiale auslösen und unterhalten. Zusätzlich werden Substanzen abgegeben, die das Lungengewebe schädigen können. Künstlich hergestellte Antikörper (Anti IL-5) können diese Interleukine binden, damit deren schädliche Wirkung blockieren und die Entzündung der Atemwege stoppen.

Bei diesen Therapien kommt es zu einem Rückgang der Exazerbationsfrequenz, der Asthmasymptome und des Bedarfs an Kortison bei gleichzeitiger Verbesserung der Lungenfunktion, der Asthmakontrolle und der Lebensqualität.

Kortison als Tablette: warum nur bei schwerem Asthma? Kortison ist in der Asthmatherapie ein unverzichtbares Medikament und wird grundsätzlich inhaliert. Dadurch wirkt es nur dort, wo man es braucht – nämlich in den Bronchien und in der Lunge, wo es die Entzündung hemmt und die Schleimproduktion reduziert. Als Spray ist Kortison sehr gut verträglich – somit keine Angst vor inhalativem Kortison! Nur wenn es wirklich einmal absolut notwendig ist, kann es auch in einer niedrigen Dosis und nur über eine kurze Zeit oral als Tablette eingenommen werden. Dann verteilt sich das Kortison über das Blut im ganzen Körper. Für kurze Zeit ist die Tabletteneinnahme unbedenklich. Langfristig können allerdings Nebenwirkungen wie Osteoporose, Verdünnung der Haut etc. auftreten.

  • Nasenpolypen & Asthma: Viele Patienten mit Asthma leiden auch an Nasenpolypen – und umgekehrt. Es ist daher wichtig, diese bei Asthmapatienten möglichst optimal zu behandeln, da dadurch häufig auch die Lungensituation gebessert wird. Derzeit sind die wichtigsten Pfeiler der Therapie von Nasenpolypen Kortison (als Nasenspray oder Tabletten) sowie Nasennebenhöhlen-Operationen. Die Wirksamkeit von Anti-IL5-Antikörper zur Therapie von Nasenpolypen wird derzeit in Studien untersucht.
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