Nahrungsmittel-Allergie

Die echte Nahrungsmittel-Allergie ist – überraschenderweise – die seltenste Form von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten. Nur 1-2% der Erwachsenen und rund 5% der Kinder sind betroffen. Dabei wird das Immunsystem aktiv und bekämpft fälschlicherweise harmlose Eiweißmoleküle aus Lebensmitteln: Hühnerei und Kuhmilch sind bei Kindern bis sechs Jahren am häufigsten – bis zum Schulalter werden diese Nahrungsmittel meist wieder vertragen. Schulkinder reagieren vorwiegend auf Nüsse, Jugendliche und Erwachsene auf Samen, Fisch und Meeresfrüchte. Diese Allergien bleiben meist ein Leben lang bestehen.

Bereits kleinste Mengen sind ausreichend für eine schwere allergische Reaktion (med. Anaphylaxie) und können Beschwerden wie starken Juckreiz, Rötungen und Nesselausschlag am ganzen Körper, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen und (blutigen) Durchfall auslösen. In der Regel treten sie innerhalb der ersten 30 Minuten nach dem Verzehr der allergenhaltigen Speise auf. Im Extremfall kommt es zu einem allergischen Schock, der Maximalvariante einer Reaktion des Körpers auf einen Allergie-Auslöser. Aufgrund des plötzlichen Blutdruckabfalls können lebenswichtige Organe wie Herz, Lunge und Gehirn nicht mehr ausreichend versorgt werden und es kommt zum Zusammenbruch des Kreislaufs. Ohne sofortige Notfallbehandlung kann der Allergieschock sogar zum Tod führen. Immer wieder sterben in Österreich Menschen an einer Nahrungsmittel-Allergie, deshalb sollten Betroffene immer Notfall-Medikamente inklusive Adrenalin, das als handliche Autoinjektoren zur einfachen Selbstinjektion zur Verfügung steht, bei sich tragen.