Allergie gegen Tiere

Die Katze ist das Lieblings-Haustier der Nation: Etwa 1,8 Millionen (!) Katzen leben in österreichischen Haushalten. Gefolgt von Hunden – geschätzte 640.000 Menschen besitzen einen Hund – und etwa eine halbe Million Österreicher Nagetiere wie z.B. Meerschweinchen, Hamster oder Mäuse. Genau gegen diese Tiere entwickelt sich am häufigsten eine Allergie.

Europaweit gesehen ist ein Viertel (26%) der Allergiker gegen Katze sensibilisiert – in Österreich sind es gut 30 Prozent – und bei weiteren 5-10 Prozent kann eine Überempfindlichkeit gegen Hunde oder andere Tiere festgestellt werden. Auch Allergien gegen Pferde sind häufig. Allergien gegen Vögel kommen hingegen eher selten vor, und manchmal können sogar Insekten, die als Futtertiere von Exoten wie Reptilien verwendet werden, eine Allergie auslösen.

Symptome erkennen

Meist wird von Tierhaarallergie gesprochen. Diese Bezeichnung ist allerdings missverständlich. Auslöser der allergischen Reaktionen sind nämlich nicht die Haare der felltragenden Tiere, sondern Proteine, die über Körperflüssigkeiten wie Speichel, Schweiß, Urin und über die Talgdrüsen abgesondert werden. Diese Eiweiße werden in weiterer Folge zum Beispiel durch das Reinigungsritual der Tiere über das Fell verteilt. Die Allergene kleben dann an den Haaren der Tiere und werden so über die Atemluft verbreitet.

Besonders Katzenallergene schweben lange in der Luft. Sie bleiben auf Vorhängen und Polstermöbeln hängen, von wo sie schwer wieder zu entfernen sind, und haften auf Kleidung, wodurch sie auch an Orte wie Schule, Arbeitsplatz, öffentliche Verkehrsmittel, Hotels, Kinos etc. transportiert werden. Dadurch können allergische Reaktionen auch an Orten auftreten, wo noch nie ein Tier war.

 Folgende Reaktionen können auftreten:

  • NASE: Niesen, rinnende oder verstopfte Nase
  • AUGEN: Jucken und Tränen (Bindehautentzündung)
  • ATEMWEGE: oft nächtlicher Husten, Atemnot oder Asthma (anfallsartige, schwere Atemnot
    mit Verengung der Atemwege)
  • HAUT: akuter Nesselausschlag an Kontaktstellen zum Tier (Kontakturticaria), selten auch Ekzeme
    (nicht-infektiöse, chronische Entzündungen der Haut) bei Menschen mit entsprechender Veranlagung und in Haushalten mit Meerschweinchen. Bei Kontakt mit anderen Tieren treten Ekzeme kaum auf

Die Tücken der Therapie

Eine Allergie gegen Tiere ist schwer zu behandeln. Im Wesentlichen können nur die Symptome
mithilfe von Antihistaminika, kortisonhältigen Nasensprays und im Bedarfsfall einer konsequenten
Asthmatherapie gelindert werden. Die Allergen-spezifische Immuntherapie (Spritzen oder Tropfen) ist bei Allergien gegen Tiere nicht Standard, da ihre Wirksamkeit hier nicht so gut belegt ist wie bei anderen Allergien, und auch häufiger Nebenwirkungen auftreten. Sie wird daher nur in Ausnahmefällen durchgeführt, wenn zum Beispiel der Kontakt nicht vermeidbar oder der Wunsch nach intensivem Tierkontakt sehr stark ausgeprägt ist. Das Gebot der Stunde ist daher, ein möglichst allergenfreies Umfeld zu schaffen.

Schlüsselfrage: Muss das Tier weg?

Eine Allergie gegen ein Tier zu entwickeln ist oft schmerzlich. Denn es stellt sich die Frage: Muss das geliebte Familienmitglied gehen, das Hobby aufgegeben oder der Beruf gewechselt werden?

Sind die Symptome mild oder beschränken sie sich auf Hautreaktionen bei Kontakt, können konsequente Maßnahmen ausreichen, um die Allergenbelastung einzuschränken.

Sind die Beschwerden allerdings intensiv oder hat sich bereits Asthma entwickelt und/oder sind beide Eltern schwer betroffen und die Kinder haben daher ebenfalls eine schwerere Erkrankung zu erwarten, dann sollte man sich vom Tier trennen.


Wichtig: Die Entscheidung sollte unter guter Beratung mit dem Arzt getroffen werden!

 

 

Info-Tipp

 

Um allergischen Tierfreunden eine Orientierung zu geben, wurde gemeinsam mit Experten aus verschiedenen Fachbereichen der aktuelle Stand des medizinisch-wissenschaftlichen Wissens in Form eines kompakten Ratgebers zusammengefasst. Es werden drängende Fragen beantwortet und konkrete Tipps gegeben.