Insektengift-Allergie: Schutz durch Adrenalin & spezifische Immuntherapie 07.07.2016

Ein tragischer Todesfall eines Gärtners in Oberösterreich führt es aktuell dramatisch vor Augen: Insektengift-Allergiker müssen im Sommer immer ihre Notfall-Medikamente – vor allem Adrenalin – bei sich tragen. Das gilt vor allem für jene, die (noch) nicht durch eine spezifische Immuntherapie geschützt sind.

Bei Erwachsenen sind Insektenstiche die Nummer 1 der gefährlichsten Allergie-Auslöser. Ein Stich genügt und Menschen, die gegen das Gift einer Biene oder Wespe allergisch reagieren, können innerhalb weniger Minuten in Lebensgefahr schweben. Das Ausmaß der allergischen Reaktion ist nicht vorhersehbar, der Verlauf unkalkulierbar. Ein Stich ist für Allergiker ein Wettlauf gegen die Zeit.

Wird man gestochen, heißt es für den Allergiker rasch handeln und Ruhe bewahren:

1. Den (Bienen)Stachel rasch wegkratzen

2. Die verordneten Notfall-Medikamente anwenden

3. Notarzt rufen Notfall: Adrenalin wirkt lebensrettend

Die Medikamente Antihistaminikum und Kortison wirken entzündungshemmend bzw. antiallergisch und abschwellend, sind aber auf keinen Fall ausreichend, eine schwere allergische Reaktion zu bekämpfen. Es ist deshalb zusätzlich das Hormon Adrenalin notwendig, das in den Muskel gespritzt werden muss. Adrenalin ist in Form eines hilfreichen Autoinjektors verfügbar. Es stabilisiert in Minutenschnelle den Kreislauf und kann damit fatale Schockreaktionen verhindern. Wichtig: Lebensrettende Medikamente müssen für den Ernstfall immer griffbereit sein und auch zeitgerecht erneuert werden (begrenzte Haltbarkeit)! Das gilt auch für die Urlaubszeit und auf Reisen, denn Bienen und Wespen gibt es nicht nur in Österreich! Tipp für Flugreisen: Wenn man die Notfallmedikamente im Handgepäck hat, braucht man ein Attest vom Arzt, um Probleme am Flughafen zu vermeiden.

Spezifische Immuntherapie schützt langfristig

Zusätzlich kann man sich mit der spezifischen Immuntherapie langfristig und sicher schützen. Neun von zehn behandelten Allergikern sind bei einem weiteren Stich geschützt und geraten in keine lebensbedrohliche Situation. Kaum eine andere medizinische Therapie kann einen derart guten Wirkungsnachweis erbringen. Die WHO empfiehlt die drei- bis fünfjährige Behandlung, deren Kosten von der Krankenkasse zur Gänze übernommen werden, ausdrücklich auch für Kinder. Im Zuge dieser Behandlung wird der Allergie-Auslöser in anfangs steigender Dosierung in den Oberarm injiziert. Der Körper gewöhnt sich nachhaltig an das Insektengift, wodurch die allergische Reaktion ausbleibt oder zumindest deutlich schwächer ausfällt. Der Erfolg zeigt sich bereits nach einer kurzen Behandlungszeit.

Linktipps:

www.stichalarm.at: Informationen zum kostenlosen Download der neuen App für Android und iOS

www.initiative-insektengift.at: Unter dem Motto „Sicher durch den Sommer“ gibt es hier umfassende Information über Warnzeichen, Vorbeugung, Behandlung und richtiges Verhalten im Notfall sowie Tipps und Hilfestellung