Insektengift-Allergie: Kein Entkommen auch im Urlaub 09.08.2016

Wenn ein Allergiker eine Reise tut… Sommer, Sonne, Urlaubszeit. Für Insektengift-Allergiker ist die schönste Zeit im Jahr zugleich auch eine Zeit, die besondere Gefahren birgt. Denn ein einziger Stich einer Biene, Wespe, Hornisse oder Hummel kann für sie lebensbedrohlich sein. Nicht einmal auf Reisen in ferne Länder oder Wanderungen in luftige Höhen ist man als Allergiker sicher, denn die Insekten sind weltweit anzutreffen – auch in Gebieten, in denen man sie nicht vermutet. Deshalb ist es wichtig, vorzusorgen und sich zu schützen.

Eine wichtige Säule der Allergie-Therapie ist die Allergenvermeidung. Doch auf welchen Plätzen der Erde ist man sicher vor dem Stich einer Biene oder Wespe? „Die Honigbiene wird weltweit kultiviert. Ihr kann man also fast überall begegnen“, zerschlägt Biologe Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Hemmer vom Floridsdorfer Allergiezentrum die Hoffnung, der Gefahr wenigstens im Urlaub zu entfliehen. „In Asien gibt es außerdem zwei weitere Honigbienenarten, deren Gift praktisch identisch ist. Die sogenannte „Killerbiene“ – die afrikanisierte Honigbiene – kommt in Süd- und Mittelamerika vor und fliegt bis in die südliche USA.“

Auch die Wespe ist weltweit verbreitet: „Für Wespengift-Allergiker ist die gesamte kühlgemäßigte und subtropische Klimazone auf der Nordhalbkugel gefährlich sowie ein paar Orte auf der Südhalbkugel. Halbwegs sicher sind die kaltgemäßigten und subpolaren Gebiete, wie z.B. das nördliche Skandinavien sowie die Tropen“, so Hemmer.

Hornissen sind ebenso wie Wespen auf der Nordhalbkugel heimisch. Der Biologe erklärt: „Unsere Hornisse gibt es in ganz Europa, außer in Skandinavien. Außerdem in Sibirien und Ostasien (China, Japan, Korea). Sie wurde in die USA sowie nach Kanada eingeschleppt und ist auch dort häufig. Dazu gibt es etliche andere Hornissenarten, deren Gift dem unserer Hornisse vermutlich sehr ähnlich ist und mit Wespengift kreuzreagiert, wie etwa die Orientalische Hornisse, die im Nahen und Mittleren Osten, in Nordafrika und auch in Südeuropa vorkommt und auch nach Madagaskar und nach Mexiko verschleppt wurde. In Asien gibt es die Riesenhornisse, die auch in tropischen Arealen wie Thailand, Indochina, China, Indien, Sri Lanka, Japan vorkommt.“ Interessant ist die Schwarze Hornisse. „Sie stammt an sich aus Südost-Asien wurde aber vor etwa zehn Jahren nach Frankreich eingeschleppt und breitet sich derzeit über Europa aus.“

Auch in höheren Lagen findet man keinen sicheren Schutz vor den Insekten. Hemmer: „Am ehesten gehen Wespen nicht sehr hoch hinauf. Bienen sind jedoch durchaus noch in hohen Lagen zu finden, was Imkerbetriebe in 2.000 m Seehöhe beweisen.“ Auch Hummeln fliegen in luftiger Höhe. Sie findet man ebenso noch über 2.000 m.