Die Pollen sind los! 31.03.2015

Der Frühling ist da und mit ihm die Pollen. Allergiker erlebten den Saisonstart der Frühblüher Erle und Hasel aufgrund des unbeständigen Wetters bisher noch recht sanft. Mittlerweile haben die Frühblüher Erle und Hasel ihren Höhepunkt überschritten, die ersten Eschen blühen und die Birkenblüte steht unmittelbar bevor. Der Österreichische Pollenwarndienst meldet: Die ersten Birken sind zwar inzwischen auch verbreitet blühbereit, aber die Birkenkätzchen können erst bei deutlich wärmerem und trockenem Wetter öffnen und stäuben. Daher wird die Birkenpollensaison wetterbedingt aufgeschoben. "Sobald das frühlingshafte Wetter stabil bleibt, wird die Birke beginnen, ihre Pollen freizusetzen. Die Menge an Pollen wird aber durchschnittlich sein“, gibt Katharina Bastl Ausblick. Dennoch kann die Belastung hoch sein. Nämlich dann, wenn der Pollenflug schlagartig einsetzt. Bastl erklärt: „Beginnt die Saison sehr plötzlich, wird sie als stärker wahrgenommen. Steigt die Pollenkonzentration langsam an, kann sich der Körper offensichtlich besser auf die Belastung einstellen.“ 

Einen aktuellen Überblick haben Pollenallergiker stets mit den Services des Österreichischen Pollenwarndienstes. Mit der Pollen-App wurde die Pollenwarnung mobil. Die mehr als 140.000 Nutzer und Nutzerinnen haben damit einen raschen Überblick, wo und in welchem Ausmaß „ihre“ Allergie-Auslöser gerade in der Luft sind. „Neu in der App sind die detaillierten Blühzeiten und ein Countdown bis zum Saisonstart“, so Uwe E. Berger, Leiter des Pollenwarndienstes. „Dazu gibt es Infos zur durchschnittlichen Tagesbelastung für den aktuellen Standort. Angezeigt wird die Stärke der Beschwerden, die derzeit von den Benutzern der App gemeldet werden.“ Die App steht für iPhones, Android und sonstige mobile Devices zum kostenlosen Download auf www.pollenwarndienst.at sowie den App-Stores zur Verfügung und funktioniert auch über die österreichischen Landesgrenzen hinaus.

Den Pollen entkommen ist Basis der Therapie

Das Behandlungskonzept einer Pollenallergie klingt einfach und im Grunde ist es das auch: „Allergie-Auslösern aus dem Weg gehen und dem Immunsystem klarmachen, dass sie ohnehin harmlos sind. Passiert beides konsequent und frühzeitig, sind die Beschwerden schon recht bald erträglich oder gar ganz weg“, bringt es Reinhart Jarisch vom Floridsdorfer Allergiezentrum auf den Punkt. Mithilfe des Pollenwarndienstes kann der Kontakt mit den Pollen auf ein erträgliches Minimum reduziert werden.

Eine Lanze für die spezifische Immuntherapie

Eine spezifische Immuntherapie (SIT, auch unter Allergie-Impfung oder Hyposensibilisierung bekannt) wirkt ähnlich wie eine Impfung – mit einem wesentlichen Unterschied: Sie hilft bei bereits bestehender Erkrankung. Jarisch erklärt wie: „Das krankmachende Allergen wird über etwa drei Jahre in Form von Spritzen, Tropfen oder Tabletten zugeführt. Da man die Dosis langsam steigert, entsteht ein Gewöhnungseffekt und das Immunsystem lernt, die Allergie-Auslöser wieder zu tolerieren.“ Bei einer Pollenallergie liegt die Erfolgsrate im Durchschnitt bei rund 80 Prozent.

Asthma ausbremsen…

Mit einer SIT kann auch die Entstehung weiterer Allergien sowie die Ausweitung der Symptome von den oberen Atemwegen in die Lunge und damit Asthma verhindert werden. „Etwa ein Viertel aller Patienten und Patientinnen mit unbehandeltem Heuschnupfen entwickeln im Laufe der Zeit Asthma bronchiale. Asthma ist zwar recht gut kontrollier-, aber nicht mehr heilbar“, informiert der Lungenfacharzt Felix Wantke, ärztlicher Leiter des Floridsdorfer Allergiezentrums.

… und Lebensqualität steigern

Neben den Auswirkungen auf die Gesundheit ist auch das alltägliche Leben von Betroffenen sehr belastet. Wantke kennt das Ausmaß: „Die Schlafqualität leidet – und damit verbunden der berufliche und schulische Erfolg. Aber auch verringerter Geschmacks- und Geruchssinn, häufige Nasennebenhöhlen-Entzündungen, Schnarchen und sogar Mundgeruch durch die vermehrte Mundatmung können Folge einer Allergie sein.“ Tätigkeiten, die für einen gesunden Menschen selbstverständlich sind, werden für Menschen mit allergischer Rhinitis zur Belastung. So fällt es vielen schwer, eine Treppe schnell hochzusteigen und sie sind bei der Garten- oder Hausarbeit eingeschränkt. Durch die verquollenen, roten Augen fühlen sich viele Allergiker unattraktiv, sie bleiben mehr zuhause, die Laune ist schlecht und sie sind weniger glücklich. 

Wantke appelliert: „Beim ersten Allergieverdacht einen allergologisch geschulten Facharzt aufsuchen und die Beschwerden abklären lassen!“ Moderne Diagnosemöglichkeiten lassen den Allergie-Auslöser rasch und gezielt finden. Eine effektive Behandlung mit der spezifischen Immuntherapie schützt vor unangenehmen Symptomen und weitreichenden Folgen der allergischen Erkrankung.