Achtung Allergiker: Bienen fliegen schon! 27.03.2014

Nicht nur die Pollen fliegen heuer deutlich früher als üblich. Auch die Bienenflugsaison startete heuer aufgrund des milden Winters und anhaltend guten Wetters um zumindest zwei Wochen verfrüht. Gibt es keine Kälteeinbrüche mehr, erwarten die Experten eine starke Bienen- und Wespensaison. Für Allergiker gilt somit bereits jetzt höchste Vorsicht und rasch Vorkehrungen treffen. Denn: Schon ein einziger Stich kann für sie lebensbedrohliche Folgen haben. Mit der spezifischen Immuntherapie (SIT) kann innerhalb kurzer Zeit ein sicherer Schutz vor der allergischen Überreaktion aufgebaut werden, der für die gesamte kommende Saison rüstet. Deshalb gilt: Jetzt mit der Behandlung starten! Info beim Arzt und auf www.initiative-insektengift.at

Der Frühling ist da – und mit ihm die Bienen. „Die Völker konnten gut überwintern und die angekündigte Kältewelle blieb aus“, beschreibt der Zoologe Univ.-Prof. Dr. Karl Crailsheim von der Universität Graz die günstigen Bedingungen für die Entwicklung der emsigen Hautflügler. „Temperatur und Polleneintrag steigen zunehmend, deshalb sind die Bienen heuer rund zwei Wochen früher aktiv, sammeln Nahrung bei den ersten Blütenpollen und können mehr Nachwuchs produzieren.“ Auch Wespen beginnen heuer einige Wochen früher mit der Koloniegründung und haben damit ebenfalls eine deutlich höhere Anzahl an Nachkommen als im Vorjahr. Sofern es in den nächsten 14 Tagen keinen Kälteeinbruch mehr gibt, wird es eine gute Saison für diese Insekten.

Thomas_Hawranek_©_Rudolf_Hametner.jpgLebensgefahr durch Bienenstich
Eine weniger gute allerdings für Allergiker. Denn für Menschen, die gegen Bienen- oder auch Wespengift allergisch reagieren, stellt schon ein einziger Stich eine große Gefahr dar. „Bei Allergikern setzt der Körper einen Abwehrmechanismus in Gang, der im Extremfall tödlich endet“, warnt OA Dr. Thomas Hawranek, Leiter der Allergie-Ambulanz an der Universitätsklinik für Dermatologie in Salzburg. „Innerhalb von Minuten können Kreislaufprobleme auftreten, die bis zum lebensbedrohlichen Schock reichen.“

Allergie-Impfung: Rasche Hilfe für Allergiker
Die gute Nachricht: Die unmittelbar bei weitem gefährlichste Form der Allergie ist mit der spezifischen Immuntherapie (auch unter den Bezeichnungen Allergie-Impfung und Hyposensibilisierung bekannt) auch am besten behandelbar. Diese Therapie zielt nachhaltig darauf ab, den Körper an das Insektengift zu gewöhnen. „Die spezifische Immuntherapie ist eine sichere Schutzmaßnahme, die vor lebensgefährlichen allergischen Reaktionen bewahrt. Die Erfolgsquote liegt bei der Biene bei bis zu etwa 90%, bei der Wespe bei bis zu über 95%. Damit ist diese Therapie jedem Bienen- und Wespengift-Allergiker dringend anzuraten!“, appelliert Hawranek eindringlich. Es gibt übrigens auch Insektengiftallergiker, die auf Stiche von Hummel oder Hornisse reagieren. Auch hier hilft die Behandlung mit Bienen- bzw. Wespengift, da sich die Giftzusammensetzung stark ähnelt. In sehr seltenen Fällen, z.B. bei Hummelzüchtern oder Obstplantagenarbeitern, sollte auch tatsächlich Hummelgift verwendet werden.

SIT_©_ALK-Abelló.jpgDer Allergiker bekommt dabei den Allergie-Auslöser in den Oberarm injiziert. Ärzte unterscheiden zwischen der konventionellen Therapie, die mehrere Monate vor der warmen Jahreszeit begonnen werden sollte, und dem Schnell-Schema, das auch noch jetzt oder sogar während der Saison gestartet werden kann. „Nach dem Schnell-Schema ist ein sicherer Schutz bereits nach den ersten Wochen erreicht“, erklärt Hawranek. „Dafür ist zwar ein kurzer Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich. Anschließend ist nur noch alle vier bis acht Wochen über eine Zeitspanne von drei bis fünf Jahren eine Spritze notwendig, die auch beim niedergelassenen Arzt in der Ordination erfolgen kann.“

Fazit: Allergiker, die jetzt mit der spezifischen Immuntherapie beginnen, sind für die heurige Saison gut gewappnet. Nach drei bis fünf Jahren Therapie ist der Schutz dann langfristig.

Tipp: Insektengift-Allergiker sollten in der warmen Jahreszeit immer Medikamente für den Notfall bei sich tragen!

Linktipp

www.initiative-insektengift.at – Sicher durch den Sommer!

www.netdoktor.at – Adressen von allergologisch versierten Fachärzten und Allergie-Ambulanzen in Krankenhäusern