Luftschadstoffen aus dem Weg gehen

Luftverunreinigungen wie z.B. durch Feinstaub, Stickstoffdioxid oder Ozon beeinträchtigen die Gesundheit. Mit jedem Atemzug gelangen feine Partikel und schädliche Reizgase in unseren Körper. Für Menschen mit Atemwegserkrankungen sind Luftschadstoffe besonders belastend.

Der Umweltmediziner OA Assoc.Prof. Priv.Doz. Dipl.-Ing. Dr.med. Hans-Peter Hutter, stellvertretender Leiter der Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin am Zentrum für Public Health der MedUni Wien erklärt die wichtigsten Schadstoffe und gibt Tipps, was man selbst tun kann, um die Belastung zu reduzieren:

Stickstoffdioxid (NO2)

Stickstoffoxide (NOX) entstehen bei allen Verbrennungsvorgängen aus dem Stickstoff und dem Sauerstoff der Luft – wie etwa im motorisierten Straßenverkehr, wo Stickstoffmonoxid (NO) in das giftigere NO2 umgewandelt wird. NOX tragen zur Bildung von (sekundärem) Feinstaub und bodennahem Ozon (Sommersmog) und nicht zuletzt zum Sauren Regen bei. Der Zusammenhang zwischen akuter NO2-Belastung und Atemwegserkrankungen wird immer offensichtlicher, denn das Reizgas wirkt auf unsere Atemwege und kann entzündliche Reaktionen hervorrufen. So führen hohe NO2-Belastungen zu einer Verminderung der Lungenfunktion, zum Auftreten und einer Verschlimmerung von Asthmasymptomen vor allem bei asthmatischen Kindern sowie zu einem Anstieg allergischer Reaktionen. In kontrollierten Studien wurde beobachtet, dass NO2 die allergische Antwort im Rahmen einer Atemwegsallergie gegenüber inhalativen Allergenen verstärken kann.

Feinstaub (Particulate Matter, PM10)

Feinstaub hat nichts mit dem Staub in unseren Wohnungen zu tun. Es ist ein Cocktail aus festen und flüssigen Teilchen unterschiedlicher Quellen: vor allem Abrieb von Reifen oder Bremsen im Straßenverkehr oder Verbrennungsaerosole. Die Partikel sind winzig klein (weniger als zehn Mikrometer, also ein hundertstel Millimeter) und damit für das menschliche Auge unsichtbar. Selbst bei heutzutage üblichen Belastungen finden sich bei verschiedenen Effekten nahezu lineare Zusammenhänge mit Beeinträchtigungen des Schwangerschaftsverlaufes, akuten Mittelohrentzündungen, Diabetes, Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit, Schädigung des Herz-Kreislauf-Systems bis zum Herzinfarkt. Je nach Größe der Feinstaubteilchen sind auch die oberen bzw. unteren Atemwege betroffen: Je kleiner die Partikel sind, desto tiefer dringen sie in die Atemwege ein. Es kommt zu entzündlichen Veränderungen der Atemwege (Bronchitis, Asthmaanfälle) und verminderter Lungenfunktion. Studien zeigen auch, dass Feinstaubbelastungen einen Einfluss auf die Bildung von allergenspezifischen IgE-Antikörpern im Blut haben und so das Allergierisiko verstärken können.

Ozon (O3)

In höheren Luftschichten schützt Ozon vor schädlicher UV-Strahlung. Am Boden entsteht das Treibhausgas im Zuge der chemischen Umwandlung von Vorläufersubstanzen (v.a. Stickstoffoxide, flüchtige organische Verbindungen) unter intensiver UV-Einstrahlung. Intensive Sonneneinstrahlung bringt also erhöhte Ozonkonzentrationen (photochemischer Smog oder „Sommersmog“). Als aggressives Reizgas dringt Ozon aufgrund seiner geringen Wasserlöslichkeit tief in die Lungen ein und kann Zellmembranen sowie Nervenendigungen im Atemwegsepithel angreifen. In der Folge kommt es dort zu irritativen Veränderungen und Entzündungen.

Das kann man selbst tun, um die Belastung zu reduzieren:

• Grenzwerte beobachten

Um eine Gesundheitsbelastung zu verhindern bzw. zu minimieren, wurden Grenzwerte für die wichtigsten Schadstoffe im österreichischen Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L), in EU-Richtlinien bzw. im Ozongesetz festgelegt. Sie sind so berechnet, dass auch Menschen mit Asthma, Ältere, Schwangere und Kinder bis zu einem gewissen Grad geschützt sind. Das Umweltbundesamt (www.umweltbundesamt.at) und die Luftgütenetze der Bundesländer erstellen täglich einen Luftgütebericht. Die Messwerte werden in der Regel stündlich aktualisiert und sind für jeden abrufbar. Bei Gefahr oder im Falle einer Überschreitung der geltenden Grenzwerte für Ozon werden Warnungen ausgesprochen.

• Weniger Autofahren

Luft wird vor allem durch den Straßenverkehr „verschmutzt“. Daher sollte man vor allem kurze Wege zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Achtung: Ein häufiges Missverständnis ist, dass man im Auto geschützter vor Luftschadstoffen ist. Das Gegenteil ist der Fall!

• Richtig lüften

Gelüftet werden sollte dann, wenn die Außenluft offensichtlicher weniger belastet ist. Nämlich etwa dann, wenn der Straßenverkehr nachgelassen hat. Oder zur straßenabgewandten Seite hin. Generell gilt: Mindestens zwei Mal pro Tag fünf bis zehn Minuten Stoßlüften bei weit geöffnetem Fenster.

• Richtig heizen

Die Wohnung nicht überheizen. Höhere Temperaturen führen zu trockener Raumluft. Durch das Einatmen dieser Luft trocknen die Schleimhäute im Mund- und Rachenraum, die Haut und die Augenbindehäute aus. So werden diese leichter angreifbar für Infektionserreger und chemische Schadstoffe.

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