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Im Bett mit der Kusine von Zecke & Spinne
Mit konsequenter Allergenreduktion die ungeliebte Bettgenossin loswerden

foto: Allergy Control ProductsSie ist einen Drittel Millimeter groß, hat 8 Beine, ihr Leibgericht sind menschliche Hautschuppen, sie liebt die Dunkelheit und fühlt sich im feucht-warmen Bett am wohlsten. Aber auch im Teppich, in Polstermöbeln, in der Kleidung und in Kuscheltieren ist sie daheim: die Hausstaubmilbe.

"Im Grunde sind Milben völlig harmlos und ungefährlich", sagt Dozent Heinz Kofler, vom Allergieambulatorium Hall in Tirol. Und doch sind sie bei etwa 700.000 Österreichern Auslöser für eine allergische Atemwegs-Erkrankung. Kofler weiter: "Proteine in den Ausscheidungen der Milbe besitzen eine sehr hohe allergische Potenz und werden vor allem nachts im Schlaf eingeatmet."
In jedem Gramm Hausstaub befinden sich rund 1.000 Milben, die ca. 25.000 Kotbällchen mit einem Durchmesser von etwa 10-40 Mikrometer (Millionstel Meter) produzieren. Sie verbinden sich mit der Atemluft und lösen bei Allergikern Fließschnupfen, tränende Augen, Niesattacken, Husten oder Atemnot aus. "Bleiben diese Beschwerden unbehandelt, können Spätfolgen wie chronisches Asthma die Folge sein", mahnt der Experte. "Deshalb sollte bei einem Verdacht rasch ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Im Allergieambulatorium oder beim Facharzt kann feststellt werden, ob eine Allergie die Ursache für die Beschwerden ist und wie stark die Allergenbelastung tatsächlich ist. Je nach Ausmaß wird eine entsprechende Therapie eingeleitet."

Achtung Heizperiode

Im Frühling und zu Sommerbeginn, wenn die Temperaturen zu steigen beginnen und das Klima schön feucht ist, fangen die Milben an sich zu vermehren. Jedes weibliche Tier legt bis zu 40 Eier und lässt so alle drei Wochen eine neue Generation entstehen. Im Hochsommer erreicht ihre Fruchtbarkeit ihren Höhepunkt.
Der Beginn der Heizperiode ist dann die belastendste Zeit für sensibilisierte Menschen. "Durch den Kälteeinbruch im Herbst stirbt zwar ein Großteil der Milben ab, die mikroskopisch kleinen Kotpartikel bleiben uns jedoch erhalten und werden durch das Aufdrehen der Heizung mit dem Staub aufgewirbelt - und eingeatmet", erklärt Kofler.

Allergenvermeidung leicht gemacht

Zuerst sollte auf Allergenreduktion im Schlafbereich geachtet werden: Häufiges Lüften und milbendichte - jedoch Feuchtigkeit durchlässige - Überzüge (Encasings) für Matratze, Tuchent und Polster, die auch schon von einigen Krankenkassen bezahlt werden, sorgen für ungestörte Träume. "Speziell Bezüge, die mit sog. ACb (Allergy Control Barriere)-Membranen beschichtet sind, haben sich in vielen klinischen und physikalischen Studien(1) als exzellente Allergenbarriere erwiesen, die gleichzeitig einen sehr hohen Komfort bieten", so Kofler.

Danach geht's den Einwohnern von Couch, Vorhängen und Teppich an den Kragen: Spezielle, in wissenschaftlichen Studien(2) geprüfte, Sprühlösungen enthalten Substanzen, die Allergene in harmlose Staubpartikel umwandeln, oder den Milben die Feuchtigkeit entziehen, sodass sie absterben. Teppiche sollten grundsätzlich vermieden werden. Ist der Spannteppich bereits verlegt oder der Perser zu teuer zum Wegwerfen, können die Allergene ebenfalls mit diesen Substanzen, die es auch als Pulver und Schaum gibt, vernichtet werden.
Nach dem Staubsaugen ist die Innenraumluft um etwa 50mal mehr mit schwebendem Hausstaubmilbenallergen kontaminiert als zuvor, da herkömmliche Staubsauger die Allergenpartikel ungefiltert wieder ausblasen. Abhilfe schaffen entweder Filter, die in fast alle Geräte eingesetzt werden können oder Staubsauger, die bereits mit einem sog. genannten HEPA (High-Efficiency Particulate Air)-Filter(3) ausgestattet sind. "Vorsicht ist bei den als Allergiker-freundlich gepriesenen Wasserstaubsaugern geboten: Die Allergene werden im Wasser nur aufgelöst und dann mit dem Wasserdampf wieder ausgeblasen. Die Belastung ist nach dem Saugen höher als vorher(4). Beim Staubwischen oder -saugen mit filterlosen Geräten empfehle ich eine Schutzmaske mit Allergenfilter", so Kofler.

Kuscheltier: Spielplatz auch für Milben

In den ausgestopften besten Freunden der Kinder ist die Allergenkonzentration enorm hoch. Beim Spielen und Kuscheln können daher bei gefährdeten Kindern allergische Reaktionen auftreten. Geholfen werden kann dem ‚befallenen' Stofftier mit einer 48-Stunden-Kur in der Tiefkühltruhe oder regelmäßigen 60°C-Bädern in der Waschmaschine. Kofler dazu: "Ab 60°C können die meisten Allergene vernichtet werden - geringeren Temperaturen halten sie mühelos stand." Weiters gibt es Kuscheltiere, in die die bewährten ACb-Membrane eingearbeitet sind. Sie verhindern die Neu-Ansiedelung von Milben und das Austreten von Allergenen(5).

NEU: Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung

Die neu gegründete IGAV (Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung) will Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Forschung an die Betroffenen und andere Interessierte verbreiten, über neue Methoden der Allergenvermeidung informieren, den Wissenschaftern durch den direkten Kontakt zu den Betroffenen Impulse geben, sowie Allergikern die Möglichkeit bieten, direkten Rat bei unabhängigen Experten, wie etwa Dozent Kofler, einzuholen. Mehr dazu im Internet: www.allergenvermeidung.org

Kontakt für Journalisten-Rückfragen:
Univ.Doz. Dr. Heinz KOFLER

Allergie-Ambulatorium Hall/Tirol
Tel: 05223/57500, eMail: h.kofler@secure.medicalnet.at

Fotos und Text digital (in Print-Qualität): Agentur Krejsa (Elisabeth Leeb), Tel: 01/505 68 230, eMail: elisabeth.leeb@krejsa.at

Weitere Infos zu den einzelnen Allergenreduktions-Maßnahmen und -produkten sowie Fotos und Text finden Sie unter www.allergenvermeidung.org

(1) Reducing domestic exposure to dust mite allergen reduces bronchial hyperreactivity in sensitive children with asthma.
Ehnert B, Lau-Schadendorf S, Weber A, Buettner P, Schou C, Wahn U;
J Allergy Clin Immunol July 1992
(2) Chemical treatment of carpets to reduce allergen:
A detailed study of the effects of tannic acid on indoor allergens.
Judith A Woodfolk, MB, ChB, Mary L Hayden, RN, Jeffrey D Miller, MD, Gail Rose, BS, Martin D Chapman, PhD, and Thomas AE Platts-Mills, MD, PhD;
J Allergy Clin Immunol July 1994
(3) Effectiveness of a high-efficiency particulate air (HEPA) filter in the treatment of patients with perennial allergic rhinitis and asthma.
Reisman RE et al.;
J Allergy Clin Immunol June 1990
(4) The effect of vacuum cleaners on the concentration and particle size distribution of airborne cat allergen.
Judith A. Woodfolk, MB, ChB, Christina M. Luczynska, PhD, Frederic de Blay, MD, Martin D. Chapman, PhD, and Thomas A. E. Platts-Mills, MD, PhD;
J Allergy Clin Immunol April 1993
(5) Mite infestation of new soft toys containing polyurethance-covered membranes.
N. Maile, S. Lau, G. Schulz, U. Wahn;
University Children's Hospital, Berlin; EAACI Lissabon Jul 1999 abs

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