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Gräserpollen – starke und lange Belastungssaison für Allergiker


In Österreich gibt es zahlreiche Gräserarten in Wiesen, Weiden und Rasen, die allergische Reaktionen hervorrufen. Durch die Artenvielfalt der Gräserpollen leiden Allergiker etwa 2 Monate und länger. Trotz des moderaten Beginns durch das wechselnde und für die Jahreszeit viel zu kühle Wetter darf die Gefahr jedoch nicht unterschätzt werden: Experten warnen davor, dass unbehandelte Allergien zu Asthma führen können. Statt langem Leiden während der Pollensaison sollten Allergiker alle Diagnose- und Therapiemöglichkeiten nützen, um ihre Lebensqualität entscheidend zu verbessern.

„Verantwortlich für allergische Beschwerden sind vor allem hochwachsende Gräser, wie z.B. Schwingel, Trespe, Lolch, Knäuelgras, Glatthafer und auch Roggen, der als besonders starkes Allergen bekannt ist“, erläutert Ass. Prof. Dr. Siegfried Jäger, Pollenexperte und Botaniker der Wiener HNO-Klinik. „Normalerweise beginnt die Pollensaison für Gräser Anfang/Mitte Mai und dauert - mit zwei bis drei Höhepunkten - bis in den Juli und August. Obwohl sich die Gräserpollensaison heuer eher langsam aufbaute, kommt es trotzdem zu sehr starken Belastungen für Allergiker. Aufgrund der Niederschläge kam es zu einer guten vegetativen Entwicklung der Gräser, die auch mehr Blüten ausbildeten. Bei hohen Temperaturen werden dann große Pollenmassen auf einmal mit hoher Intensität freigesetzt. Neue Pollen werden erst wieder nach Tagen gebildet und im Juli wird die Gräserpollen-Belastung stetig abnehmen, “ erklärt Jäger.

Diagnose und konsequente Therapie statt Leiden

„Allergien kann man heute leicht und sicher diagnostizieren und auch therapieren, deshalb sollten Menschen, die länger als 14 Tage an allergischen Reaktionen leiden, unbedingt alle Diagnose- und Therapiemöglichkeiten nutzen“, rät Jäger, „denn jede Allergie sollte konsequent durch einen Arzt behandelt werden, um eine Verschlimmerung oder Folgeerkrankungen zu vermeiden.“

Die Diagnose von Allergien erfolgt durch einen Haut- und/oder einen Labortest, bei dem eine Blutprobe auf entsprechende IgE-Antikörper (spezifisches Immunglobuline E) untersucht wird. Medikamente wie Nasensprays, Augen- und Nasentropfen sowie Tabletten und verschiedene Asthmapräparate verhelfen meist zu einer raschen Linderung der Symptome. Weitere anti-allergische Medikamente wie Anti-IgE, oder Substanzen, welche bestimmte Mediatoren der allergischen Kaskade hemmen oder fördern, sind in Erprobung.

Die derzeit wirksamste Therapieform, die direkt im Immunsystem ansetzt und somit die Ursache bekämpft, ist die Spezifische Immuntherapie (oder auch Hyposensibilisierung bzw. Allergie-Impfung genannt.). Die Behandlung dauert im Allgemeinen drei Jahre und kann als Injektion oder auch in Tropfenform verabreicht werden. „Die Erfolgsrate beträgt 80%, es gibt kaum Nebenwirkungen, die Symptome werden in der Regel bereits nach ein paar Monaten schwächer und in vielen Fällen kann sogar eine Ausheilung der Allergie erreicht werden. Allerdings braucht diese Behandlungsmethode sehr viel Geduld, “ weiß Jäger.

Pollen vermeiden: IGAV-Ratgeber, Pollenwarndienst und Allergenkarenz

Wie man sich vor Pollen effektiv schützen kann haben die Allergie-Experten der IGAV (Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung) in einem praktischen Ratgeber zusammengefasst. Der Ratgeber „Allergenvermeidung im Freien“ enthält neben hilfreichen Tipps und Tricks für den Alltag auch den Pollenkalender 2004 sowie Bezugsquellen von Produkten zum Pollenschutz. Der Folder kann im Internet unter www.allergenvermeidung.org oder über die IGAV Telefon-Hotline 01/212 60 60 kostenlos angefordert werden..

Mit Hilfe des Pollenwarndienstes lassen sich Freizeitaktivitäten im Freien, Ausflüge und Urlaube vorausschauend planen: unter www.pollenwarndienst.at können Allergiker die aktuellen Pollenflugprognosen für Österreich und Europa abrufen und so den auslösenden Allergenen entkommen. Der von der Aerobiologie-Gruppe der Wiener HNO-Klinik erstellte „Pollenkalender“ gibt einen groben Überblick über den Pollenflug in Österreich und die Pollensaisonen im Jahresverlauf.

Die Allergenkarenz, die komplette Vermeidung der belastenden Allergene ist meist unmöglich. Ein Urlaub während der Blütezeit der allergieauslösenden Pollen bewirkt meist eine sofortige Besserung und Erleichterung für Allergiker. Entsprechende Karten für die Urlaubsplanung findet man ebenfalls unter www.pollenwarndienst.at. Besonders geeignet für Pollenallergiker ist ein Urlaub im Hochgebirge, da dort die die Blütezeit für Gräserpollen enorm verkürzt ist. Ab einer Seehöhe von 1.500 m ist die Allergenkonzentration niedriger und die die Pollenallergene sind weniger aggressiv. 25 Hotels in Österreich, Südtirol und der Schweiz in Hochgebirgsregionen haben sich zusammengeschlossen und bieten Leid geplagten Allergikern erholsame Ferien vor Stress und Allergenen. Mehr unter www.allergiealpin.info, T: +43 (0)5359-90590-1580 (Info & Kataloganforderung)



Kontakt für Journalisten-Rückfragen:

Ass. Prof. Dr. Siegfried JÄGER
Univ.-Klinik für HNO-Krankheiten, Wien

Tel: 01/40400-3326
Email:siegfried.jaeger@univie.ac.at



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