Grippe oder Heuschnupfen?
Verschnupfte und niesende Menschen mit roten, tränenden Augen und ständig gezückten Taschentüchern sind ein wohl bekannter Anblick in der kalten Jahreszeit. Erste nahe liegende Vermutung: die Grippewelle geht um. Doch die Verursacher der vermeintlichen Erkältung können durchaus auch die Pollen der Erle oder Hasel sein, die bereits seit Anfang/Mitte Februar wieder fliegen.
15-20% der Österreicher leiden Jahr für Jahr unter dem fliegenden Blütenstaub von Bäumen, Gräsern und Kräutern. Schon 20 Pollen -(die nicht größer als ein 20- bis 30-Tausendstel Millimeter sind) pro m3 Luft reichen aus, um bei sensibilisierten Menschen eine rinnende Nase, Niesattacken,
juckende und tränende Augen sowie Atemnot auszulösen.
Auftakt der Pollensaison: Erle und Hasel im Februar/März
„Zahlreiche Studien bestätigen die ständige Zunahme von Pollenallergien, den immer früheren Beginn des Pollenfluges und die allgemeine Klimaerwärmung als eine der Hauptursachen“, so der Botaniker und Pollenexperte Ass.Prof. Dr. Siegfried Jäger. „Neben den zeitlichen Abweichungen gibt es auch regional maßgebliche Unterschiede und auch die Mengen und Blütezeit der Pflanzen variieren, abhängig von der Wetterlage, von Jahr zu Jahr erheblich.“ Deshalb können sich Allergiker nie sicher sein, wann die für sie belastende Zeit genau beginnt.
Bereits Anfang/Mitte Februar haben Erle und Hasel heuer wieder begonnen, sich durch Windbestäubung zu vermehren. „Die Erlen- und Haselpollen-Saison ist besonders starken Schwankungen unterworfen. Da sie ausdrücklich von den Temperaturbedingungen abhängig ist, kann der Beginn bzw. die Hochsaison mehrere Wochen früher oder später einsetzen“, beschreibt Jäger. „Die enge botanische Verwandtschaft von Erle und Hasel mit der Birke führt dazu, dass bei zahlreichen Birkenpollen-Allergikern wegen der ähnlichkeit der Allergene schon zur Blütezeit dieser beiden Pflanzen Symptome auftreten. Begleitet werden Hasel- und Erlenpollen vor allem durch teils große Mengen an Pollen der Eiben, die aber in der Regel keine Bedeutung für Allergiker haben.“
Den Pollen entkommen: Pollenkalender, Pollenwarndienst & IGAV-Ratgeber
Damit sich Allergiker beizeiten einen groben überblick über den Pollenflug in ihrem Umkreis machen können, gibt die Aerobiologie-Gruppe der Wiener HNO-Klinik eine Jahresprognose, den „Pollenkalender“, heraus. Den tagesaktuellen Pollenflug kann man im Internet abrufen: www.pollenwarndienst.at.
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