Weltweit Zunahme von Allergien im Kindesalter
Die Verbreitung von Allergien bei Kindern, wie Heuschnupfen, hat in den vergangenen zehn Jahren weltweit vor allem in jüngeren Altersgruppen zugenommen.
Im Jahre 1991 ermittelten Forscher im Rahmen der 'Internationalen Studie Asthma und Allergien bei Kindern' (ISAAC) die weltweite Verbreitung von Asthma, Heuschnupfen und Ekzemen. Innes Asher und Kollegen von der Universität Auckland in Neuseeland wiederholten die Studie in den Jahren 2002 bis 2003, um mögliche Veränderungen in der Verbreitung festzustellen. Die Forscher befragten die Eltern von mehr als 193 400 sechs bis sieben Jahre alten Kindern aus 37 Ländern zu vorhandenen Symptomen von Asthma und Allergien wie beispielsweise Keuchen. In gleicher Weise wurden etwa 304 680 Kinder im Alter von 13 bis 14 Jahren aus 56 Ländern befragt. Entwicklungsländer wie Südafrika, Brasilien und Iran trugen ebenso zur Studie bei wie auch die entwickelten Länder Kanada, Neuseeland, Schweden und Großbritannien.
Wie die Forscher feststellten, waren Zunahmen der Beschwerden, vor allem in der jüngeren Altersgruppe, häufiger als Rückgänge. Die stärkste Zunahme fand sich für Ekzeme bei den jüngeren Kindern, für Heuschnupfen bei beiden Gruppen. In der älteren Gruppe mit dem vormals häufigen Auftreten von Asthma nahmen die Symptome insgesamt jedoch wieder ab. Die einzigen Regionen, in welchen alle drei Erkrankungen in beiden Altersgruppen häufiger zu- als abnahmen, waren der asiatisch-pazifische Raum sowie Indien.
In Großbritannien nahmen zwischen 1991 und 2003 etwa 1700 Kinder an der Studie teil. Die Häufigkeit von Asthma steigerte sich von 18,4 auf 20,9 Prozent, bei Heuschnupfen von 9,8 auf 10,1 Prozent und bei Ekzemen von 13 auf 16 Prozent.
"Die Daten sind nicht nur für das Gesundheitssystem in den beteiligten Ländern unmittelbar wichtig, sie liefern auch eine Grundlage für das Verständnis dieser Gesundheitsstörungen. In nahezu allen Zentren fand sich über den Zeitraum eine geänderte Verbreitung für eine oder mehrere Erkrankungen. Die mittlere jährliche Zunahme von etwa 0,5 Prozent mag gering erscheinen, jedoch können derartige Änderungen wesentliche Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben, insbesondere, da die Zunahmen bevorzugt in den bevölkerungsreichen Ländern auftraten", schließt Professor Asher.
 Worldwide time trends in the prevalence of symptoms of asthma, allergic rhinoconjunctivitis, and eczema in childhood: ISAAC Phases One and Three repeat multicountry cross-sectional surveys; M. Innes Asher MBChB, Stephen Montefort MD, Bengt Björkstén MD, Christopher KW Lai DM, David P Strachan MD, Stephan K Weiland MD, Hywel Williams PhD, the ISAAC Phase Three Study Group; The Lancet 2006; 368:733-743
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