Weniger Milbenallergene durch häufigeres Lüften und neue Matratzen
Regelmässiges Erneuern der Matratzen und erhöhtes Lüften im Schlafzimmer reduziert Allergenmengen von Hausstaubmilben, darauf deuten Ergebnisse einer rezenten europäischen Studie hin. Speziell im Winter sollen diese Maßnahmen hilfreich bei der Vorbeugung von Asthma-Attacken bei sensibilisierten Patienten sein, so die Autoren der wissenschaftlichen Arbeit. Unter Verwendung von Daten des European Community Respiratory Health Survey II versuchten Jan-Paul Zock vom Municipal Institute of Medical Research in Barcelona und Kollegen von zehn weiteren europäischen Zentren die Verbreitung der Majorallergene der Milben Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae zu ermitteln sowie jene Faktoren, die deren Mengen beeiflussen.
Insgesamt wurden 3580 Studienteilnehmer aus 10 verschiedenen europäischen Ländern von den Wissenschaftlern zu Hause besucht. Dabei analysierten die Forscher Staubproben aus den Matratzen der Studienteilnehmer auf die Allergene Der p 1, Der f 1, und Der p 2 und untersuchten wohnungsbezogene Charakteristiken mittels Begutachtungen und Interviews. Insgesamt fanden die Forscher aus 3414 Proben mit ausreichend Staub bei 68% nachweisbare Mengen von über 0,1 Mikrogramm der Milbenallergene Gruppe 1. Im Bezug auf Gruppe 2 Milbenallergene waren 53% der Proben erhöht, die Mengen beider Milbenallergengruppen variierten jedoch stark quer durch die einzelnen Studienzentren. Für 166 Proben, die nicht ausreichend Staub für eine Allergen-Analyse enthielten, waren die wichtigsten Faktoren die Verwendung allergenundurchlässiger Überzüge (Encasings) mit Chancen-Verhältnis OR=7,8, das Alter der Matratze von weniger als einem Jahr (OR=3,2) oder das Absaugen der Matratze öfter als ein mal pro Monat (OR=2,0).
Bei Proben mit ausreichend Staub waren die wichtigsten Kriterien für erhöhte Mengen aller drei untersuchten Allergene die Verwendung eine alten Matratze, eingeschränktes Lüften sowie ein niedrig gelegenes oder flurebenes Schlafzimmer. Bei Der p 1 waren Anzeichen erhöhter Wohnungsfeuchte wie Schimmel oder Moder im Badezimmer, Feuchte Stellen im Schlafzimmer und Kondensation am Schlafzimmerfenster signifikant verbunden mit höheren Allergenmengen. Bei Der f 1 waren das Absaugen der Matratze und Mauerlüftungsschlitze im Schlafzimmer mit niedrigeren Allergenmengen assoziiert sowie die Verwendung einer Gasheizung mit höheren Allergenmengen verbunden. Eine Reihe von Faktoren war durchwegs mit höheren Milbenallergenmengen beider Gruppen verbunden, so z.B. die Verwendung alter Matratzen oder Anzeichen von Feuchtigkeit im Schlafzimmer. Dagegen waren Wohnen in einem Appartement, Lage des Schlafzimmers über dem ersten Stock, Schlafen bei offenem Schalfzimmerfenster im Winter, Mauerlüftungsschlitze oder Belüftungssystem im Schlafzimmer sowie ein Abluftventilator über der Kochstelle in der Küche allesamt assoziiert mit niedrigeren Allergenmengen.
"Es gibt große qualitative und quantitative Unterschiede bei Hausstaubmilbenallergenmengen in Europa, die man teilweise durch geographische und wohnungsbezogene Charakteristiken erklären kann", so die Autoren abschliessend, und "Praktische Empfehlungen zur Allergenreduktion sollten das regelmässige Ersetzen der Matratzen und erhöhtes Lüften im Schlafzimmer - speziell im Winter - beinhalten."

Distribution and determinants of house dust mite allergens in Europe: The European Community Respiratory Health Survey II;
Joachim Heinrich, PhD, Deborah Jarvis, MBBS, FFPHM, Giuseppe Verlato, MD, PhD, Dan Norbäck, PhD, Estel Plana, MSc, Jordi Sunyer, MD, PhD, Susan Chinn, DSc, Mario Olivieri, MD, Argo Soon, PhD, Simona Villani, PhD, Michela Ponzio, PhD, Anna Dahlman-Hoglund, PhD, Cecilie Svanes, MD, PhD, Christina Luczynska, PhD;
Allergy Clin Immunol 2006; accepted 10 April 2006 published online 28 July 2006 - Advance online publication.
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