Weniger Asthma und Allergien bei Land-Kindern
Am Land zu leben könnte für die Gesundheit kindlicher Atemwege besser sein, als in der Stadt zu leben. Das haben polnische Wissenschaftler in einer
rezenten Studie herausgefunden und bestätigen damit weiter die Theorie, dass Allergenexposition in der Kindheit gegen spätere Entwicklung von Asthma und
Heuschnnupfen schützt.
"Unsere Resultate belegen, dass ein ländlicher Wohnort mit einem signifikant niedrigeren Vorkommen allergischer Sensibilisierungen und Symptome bei
Schulkindern verbunden ist", schreiben Marek Kowalski von der Medizinischen Universität Lodz und seine KollegInnen im Journal Allergy.
Das Team merkt an, dass die Prävalenz allergischer Erkrankungen in Zentral- und Osteuropa zwar bekanntermassen niedriger, als in anderen Teilen Europas,
jedoch über die Jahre nicht so gut erforscht sei. Um mehr darüber herauszufinden untersuchte das Wissenschaftler-Team 404 Schulkinder - die in
ländlichen und städtischen Gebieten Polens aufgewachsen waren - auf das Vorkommen von allergischen Symptomen und Sensibilisierungen.
Für die Studie rekrutiert wurden Schulkinder im Alter von 12 bis 16 Jahren, deren Eltern Fragebögen über das Lebensumfeld ihrer Kinder ausfüllen
mussten, bevor diese von erfahrenen Allergologen untersucht wurden. Die Untersuchungen beinhalteten neben einer allgemeinen ärztlichen Untersuchung
auch Haut Prick Tests auf 15 verbreitete Allergene und Bluttests auf Immunoglobulin E. Aus den Testresultaten zeigte sich, dass bei am Land
aufgewachsenen Kindern über 3 mal weniger allergische Erkrankungen diagnostiziert wurtden, als bei Stadt-Kindern (12,8% vs. 43,3%). Am Land zu
leben war auch mit weniger Atemwegs-Symptomen wie zB. rinnender Nase, Niesen, bewegungsbedingter Atemnot oder nicht infektionsbedingtem Giemen
verbunden.
Sowohl Asthma, als auch Heuschnupfen, kamen bei Land-Kindern signifikant weniger vor, als bei Stadt-Kindern (1,97% vs. 16,42% sowie
10,84% vs. 38,81%). Weiters waren die in der Stadt aufgewachsenen Kinder signifikant öfter gegen eines oder mehrere Allergene sensibilisiert (63.7%
vs 22.7%).
Signifikante Unterschiede fanden die Forscher noch in Bezug auf Risiko-Faktoren zur Allergie-Entwicklung: so hatten Stadt-Kinder mit einer
Vorgeschichte häufiger Erkrankungen des oberen Atemwegtraktes mit höherer Wahrscheinlichkeit Asthma und Land-Kinder öfters Heuschnupfen, wenn ihre
Mütter sie mit Milch, die nicht vom Bauernhof stammte, ernährt hatten. "Einige soziale und Umwelt-Faktoren können das Risiko der Entwicklung von
Allergien bei in der Stadt und am Land aufwachsenden Kindern sowohl erhöhen, als auch senken.", so Kowalski und KollegInnen abschliessend.
 Prevalence of allergy, patterns of allergic sensitization and allergy risk
factors in rural and urban children;
B. Majkowska-Wojciechowska, J. Pelka, L. Korzon, A. Kozlowska, M. Kaczala, M. Jarzebska, T. Gwardys, M. L. Kowalski;
Allergy 2007; 62: 1044-1050
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