Handy als Auslöser von Nickeldermatitis
Nickel ist das wichtigste Kontaktallergen. Die Sensibilisierungsrate bei
jungen Erwachsenen liegt bei bis zu 28,4%. Um betroffene Patienten vor
Nickel freisetzenden Produkten bei direktem und fortgesetztem
Hautkontakt zu schützen, hat die EU bereits 1994 die so genannte
"Nickeldirektive" erlassen. Bei den darin erwähnten technischen
Produkten handelt es sich allerdings nur um Gehäuse, Schließen und
Armbänder von Armbanduhren. Dass das aber nicht die alleinigen Auslöser
einer Kontaktdermatitis sind, zeigt ein in der letzten Ausgabe von
Contact Dermatitis veröffentlichte Fallbericht einer 19-jährigen
Patientin.
Die Patientin kam mit einer ausgeprägten Hautentzündung an beiden Händen
und im Bereich des Bauchnabels auf die Notaufnahme der Allergie-Ambulanz
der Dermatologischen Universitätsklinik in Wien. Dem behandelnden
Oberarzt, Dr. Stefan Wöhrl - auch Mitglied des wissenschaftlichen
Beirates der IGAV - fielen im Rahmen der Untersuchung zwei weitere
Ekzeme an der hinteren rechten Wange und am Ohr auf. Die Form dieser
beiden Ekzeme passte perfekt zu den mit der Haut in Kontakt stehenden
Teilen des Mobiltelefons der Patientin. Weiterführende Tests ergaben
eine starke Reaktion auf Nickel sowie eine unbedeutende Reaktion auf
Thiomersal (organische Verbindung, die zu einem Großteil aus Quecksilber
besteht). Die Untersuchung des Handys ergab weiters, dass das Gerät an
zwei Stellen signifikante Mengen Nickel freisetzte._IGAV.jpg)
Auf Anfrage der Ärzte tauschte der Hersteller das Gerät gegen ein
nickelfreies Modell aus und die Patientin kann seither wieder problemlos
telefonieren. Obwohl bislang nur wenige solche Fälle bekannt
geworden sind, spekuliert das Ärzte-Team um Dr. Wöhrl, dass Handys als
Auslöser von Kontakt-Dermatitiden bislang vielleicht übersehen wurden.
1994, im Jahr der Einführung der Nickeldirektive, konnte man die
Bedeutung von Mobiltelefonen und den damit verbundenen häufigen
Hautkontakt noch nicht vorhersehen. Die Wissenschaftler appellieren nun
die Nickeldirektive entsprechend zu ändern und erweitern sowie die
Hersteller elektronischer Konsumgüter über die Problematik der
Kontaktdermatitis auf Nickel zu informieren.

Mobile telephone as new source for nickel dermatitis; Stefan Wöhrl, Tamara
Jandl, Georg Stingl and Tamar Kinacyan; Contact Dermatitis 2007: 56: 113.
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