>> Artikel >> Aktuelle Downloads >> Downloads-Archiv

presse_ecke

Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung
Medizinischer Beirat
Werden Sie Mitglied
News-Archiv ab 2007
News-Archiv ab 2005
News-Archiv bis 2004
Newsletter
download
Links
Impressum
www.menzl.com
www.alk-abello.at
Der Verein Über Allergien Allergenvermeidung Presse-Ecke Kontakt

Erhöhtes Allergie-Risiko durch Luftverschmutzung

Verkehrsreiche Strasse, Bild: AstraZeneca Einer rezenten wissenschaftlichen Studie des Helmholtz Zentrums in München zufolge besteht ein Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und dem Auftreten allergischer Erkrankungen wie z.B. Asthma, allergischer Rhinitis oder Ekzemen bei Kindern. Das Forscher-Team unter Leitung des Epidemiologen Joachim Heinrich berichtet in der Juni-Ausgabe des American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, dass Kinder, die in der Nähe stark befahrener Straßen leben, ein bis zu 50 Prozent höheres Risiko haben, eine Allergie zu entwickeln. Luftverschmutzung wurde bereits in zahlreichen Untersuchungen mit einem gesteigerten Allergierisiko in Verbindung gebracht. Die breit angelegte Studie liefert nun allerdings den bislang stärksten Beleg für diesen Zusammenhang.

Die Wissenschaftler beobachteten über 3.000 Kinder aus dem Raum München von deren Geburt an bis zum sechsten Geburtstag. Zur Berechnung der Exposition auf Feinstaub-Partikel PM2,5 und Stickstoffdioxid bei Geburt, nach 3 Jahren und nach 6 Jahren verwendeten die Forscher ein Modell, das den Abstand der Wohnadresse der Kinder zur nähesten stark befahrenen Straße verwendete und daraus die Konzentration verschmutzter Luft ableitete. Als "stark befahren" wurden jene Straßen definiert, die täglich von mehr als 10.000 Autos frequentiert wurden. Im Bezug auf Feinstaub-Partikel PM2,5 zeigte sich, dass jene Kinder, die rund 50 Meter von einer stark befahrenen Straße entfernt lebten, ein höheres Risiko aufwiesen, asthmatische Bronchitis, Heuschnupfen oder Neurodermitis zu entwickeln, als Kinder, die in 1.000 Meter Entfernung von starkem Verkehrsaufkommen wohnten. Die Exposition auf Stickstoffdioxid zeigte keinen statistisch signifikanten Zusammenhang mit allergischer Sensibilisierung, war jedoch mit dem erhöhten Auftreten von Ekzemen verbunden.

Joachim Heinrich möchte die Kinder nun auch noch die nächsten Jahre weiter beobachten, um herauszufinden, ob ein Umzug in weniger verschmutzte Gegenden die mit dem Straßenverkehr in Verbindung gebrachten gesundheitlichen Probleme reduzieren helfen kann.



Cover: American Journal of Respiratory Critical Care Medicine, Bild: Cover
Atopic Diseases, Allergic Sensitization, and Exposure to Traffic-related Air Pollution in Children;
Verena Morgenstern, Anne Zutavern, Josef Cyrys, Inken Brockow, Sibylle Koletzko, Ursula Krämer, Heidrun Behrendt, Olf Herbarth, Andrea von Berg, Carl Peter Bauer, H.-Erich Wichmann and Joachim Heinrich for the GINI Study Group* and the LISA Study Group;
Am. J. Respir. Crit. Care Med., Volume 177, Number 12, June 2008, 1331-1337




created by m/s design