Matratzenstaub kann Empfindlichkeit von Kleinkindern auf inhalative Allergene senken
Höhere Mengen Matratzenstaub könnten Kleinkinder vor allergischer Sensibilisierung auf inhalative Allergene schützen, das zeigen neueste Studienergebnisse. Im Kontext der Hygiene-Hypothese wird angenommen, dass mikrobielle Produkte in den ersten Lebensjahren eine Rolle bei der Entwicklung von allergischem Asthma spielen, erklärt U. Gehring (Utrecht University, Niederlande) und sein Team. Um den Zusammenhang näher zu erforschen, untersuchten die Wissenschaftler im Rahmen des AIRALLERG Projektes gemeinsam mit Kollegen anderer europäischer Länder die Wirkung mikrobieller Komponenten im Hausstaub auf allergische Sensibilisierung indem Sie in Deutschland, den Niederlanden und Schweden - unter Einbezug von 180 sensibilisierten und 180 nicht-sensibilisierten Kindern im Alter zwischen 2-4 Jahren pro Land - Fall-Studien durchführten.
Das Team untersuchte Staubproben, die aus den Matratzen jedes Kindes und den Böden der Wohnzimmer gesammelt wurden. Als Marker mikrobieller Exposition maß das Team bakterielles Endotoxin. Zur Bestimmung der Schimmelexposition wurden ß(1,3)- Glukan und extrazellulare Polysaccharide (EPS) aus den Staubproben bestimmt. In der kombinierten Analyse aller teilnehmenden Länder waren höhere Mengen Matratzenstaub und grössere Mengen Endotoxin, ß(1,3)-Glukan und EPS direkt mit einem bedeutend vermindertem Risiko einer Sensibilisierung auf inhalative Allergene assoziiert. Der schützende Effekt der Staubmenge blieb signifikant, als die Analyse in gegenseitiger Abstimmung durchgeführt wurde (Chancenverhältnis=0,57). Die Autoren behaupten, es sei unmöglich zu unterscheiden welche Komponenten sich auf den schützenden Effekt beziehe, da die Mengen jeder einzelnen Komponente hochgradig untereinander sowie mit der Menge an gesammeltem Staub zusammenhängen. Der Effekt könnte daher auch nur teilweise Endotoxin, ß(1,3)-Glukan und EPS zuordenbar sein, und könnte auch einen positiven Effekt anderer mikrobieller Wirkstoffe, als der in dieser Studie gemessenen, reflektieren. Zwischen der Sensibilisierung auf Allergene und der Menge an Staub, Endotoxin, ß(1,3)- Glukan und EPS von den Böden in den Wohnzimmern konnte keine Verbindung festgestellt werden.
"Grössere Mengen von Matratzenstaub könnten das Risiko allergischer Sensibilisierung auf inhalative Allergene senken," schliesst das Forscher-Team im European Respiratory Journal.

Bacteria and mould components in house dust and children's allergic sensitisation;
U. Gehring, J. Heinrich, G. Hoek, M. Giovannangelo, E. Nordling, T. Bellander, J. Gerritsen, J. C. de Jongste, H. A. Smit, H-E. Wichmann, M. Wickman, B. Brunekreef;
Eur Respir J 2007, 29: 1144-1153
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