Allergie auf Gold
Wie Professor Thomas Fuchs von der Universitäts-Hautklinik Göttingen anlässlich der zehnten interdisziplinären allergologischen Wintertagung am
Wochenende berichtete, kann der Hautkontakt mit Gold - anders als allgemein angenommen - bei Menschen allergische Reaktionen auslösen. Zwar handle es
sich um Einzelfälle, die Goldallergie gebe es aber tatsächlich. Typisch für eine Goldallergie seien Juckreiz, entzündete Haut und kleine
Knötchen. Betroffen seien aber nur sehr wenige Patienten.
Spezialisten sei es zwar schon seit über zwei Jahrzehnten bekannt, dass es
eine Kontaktallergie auf Gold gebe. "Es lagen dazu aber bisher nur vereinzelte Berichte vor", sagte der Dermatologe. Gemeinsam mit seinem
Kollegen Johannes Geier habe er nun erstmals systematisch Informationen über allergische Reaktionen auf Goldschmuck gesammelt und dazu die Daten von rund
30 deutschsprachigen Universitäts-Hautkliniken aus den vergangenen Jahren ausgewertet, sagte Fuchs.
Juckreiz unter Ring
"Typisch für eine Goldallergie ist diesen Daten zufolge ein Juckreiz zum Beispiel unter einem Ring. Die Haut ist entzündet und hat kleine Knötchen". Mediziner dächten bei diesen Symptomen eher an eine allergische Reaktion auf Nickel oder Chrom. "Sie ziehen überhaupt nicht in Betracht, dass das Gold
der Auslöser sein kann". Die betroffenen Patienten kämen dann bisweilen selbst eher auf die eigentliche Ursache als die Ärzte.
"Auftauchen kann eine Goldallergie unter Schmuck aller Art", sagte Fuchs. Unter einem Ehering, aber auch unter einem Goldhalsband, einem Ohrclip oder
einem Armreif. Allgemeine Vorsicht beim Tragen von Goldschmuck sei aber nicht erforderlich. Betroffen von der Goldallergie seien "wirklich nur sehr
wenige Menschen".
Der Standard - Wissenschaft 21. Jänner 2007
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