Restaurant-Personal schlecht aufgeklärt
Essen in Restaurants und Gaststätten könnte für Nahrungsmittel-Allergiker
oft verhängnisvoller sein, als diese vermuten würden. Zu diesem Schluss
kommt eine breit angelegte US-amerikanische Studie, die in den "Annals of
Allergy, Asthma & Immunology" veröffentlicht wurde. Ein Grund liegt nach
Meinung der beteiligten Forscher im mangelnden Wissen des
Restaurant-Personals über Allergien bzw. über Bestandteile der angebotenen
Speisen, die Allergien auslösen können. Die Wissenschafter um Ryan Ahuja und
Scott Sicherer von der Mount Sinai School of Medicine in New York hatten 100
Gaststätten in den Vereinigten Staaten untersucht.
Es zeigte sich, dass nur 42 Prozent des Personals über
Nahrungsmittel-Allergien ausreichend informiert worden waren. Dieses
Versäumnis manifestiere sich in handfesten Fehlannahmen, befinden die
Forscher: So waren 24 Prozent der Beschäftigten der Überzeugung, dass
Allergiker nichts zu befürchten haben, wenn sie nur eine kleine Menge des
Allergens zu sich nehmen. 35 Prozent glaubten, dass Hitze beim Braten
Allergene zerstöre. 25 Prozent nahmen an, es reiche aus, einen
allergieauslösenden Stoff von einer fertig angerichteten Speise zu
entfernen.
"Köche und die mit der Zubereitung von Speisen betrauten Personen sollten
über Nahrungsmittel-Allergien besser informiert werden", folgert Sicherer.
Die Gäste wiederum müssten das Personal über ihre Allergien in Kenntnis
setzen und darauf aufmerksam machen, wenn auch kleine Mengen eines Allergens
zu gesundheitlichen Problemen führen können. Der Mediziner rät Patienten
außerdem, ihre Medikamente stets bei sich zu tragen. Wenn eine allergische
Reaktion nicht ausgeschlossen werden kann - etwa bei einem Buffetbetrieb
oder der Darreichung von fertigen Speisen - sollte man im Zweifelsfall
lieber verzichten.

Food-allergy management from the perspective of restaurant and food
establishment personnel; Ryan Ahuja; Scott H. Sicherer MD; Annals of
Allergy, Asthma and Immunology, Vol. 98, No. 4, pp.344-348
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