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Allergien als unterschätzte Gefahr beim Autofahren


logo: ÖAMTCWien (ÖAMTC-Presse) - Die Pollensaison ist eröffnet und alle Allergiker wissen ein gequältes Lied von verquollenen Augen und Niesattacken zu singen. Jeder fünfte Österreicher leidet unter dem fliegenden Blütenstaub von Bäumen, Gräsern und Kräutern. Zur allgemeinen Beeinträchtigung der Lebensqualität kommen oft unterschätzte Gefahrenquellen beim Autofahren dazu. "Unbehandelte Allergie-Erkrankungen erhöhen das Unfallrisiko ganz dramatisch", gibt ÖAMTC-Verkehrsmediziner Raimund Saam zu bedenken, "sie besitzen ein ähnlich hohes Gefährdungspotenzial wie Sekundenschlaf oder Alkohol am Steuer."

Laut deutschen Studien ist bei jemandem, der allergisch hinter dem Steuer sitzt, das Unfallrisiko bis zu 30 Prozent höher. Die Sehkraft der verquollenen Augen ist stark beeinträchtigt, bei einem ausgiebigen Niesanfall ist man durch das unwillkürliche Schließen der Augen beim Autofahren im Blindflug unterwegs. "Es besteht die Gefahr, dass man bei einer plötzlichen Niesattacke das Lenkrad verreißt und das Fahrzeug unkontrolliert ausbricht. Und auch allergiebedingte Schlafstörungen können sich auf die Fahrtüchtigkeit auswirken," sagt Saam. Aber nicht nur unbehandelte Allergie-Symptome bergen Gefahren, auch ungezielte Medikamenten-Einnahme kann die Fahrtüchtigkeit enorm beeinträchtigen. Müdigkeit, verlängerte Reaktionszeiten und Benommenheit sind mögliche Auswirkungen.

foto: ÖAMTCUm sicher durch die Pollensaison zu kommen, hier einige ÖAMTC-Tipps für alle Allergie geplagten Autofahrer:

  • Innenreinigung: Um Pollen zu entfernen, sollte das Wageninnere durch Absaugen gründlich gereinigt werden.
  • Filter einbauen: Vor beziehungsweise während der Fahrt müssen die Autofenster unbedingt geschlossen bleiben und auch die Lüftung sollte ausgeschaltet sein. Auf jeden Fall empfiehlt sich der Einbau eines Kombifilters (aus Aktivkohle und Vlies), der sowohl Partikel als auch kleinste Pollen auffängt. Achtung: Vor dem Kauf eines solchen Filters muss man sich auf jeden Fall informieren, welcher Filter zum Auto passt. Außerdem gehört der Filter regelmäßig gewartet und erneuert, und zwar einmal im Jahr oder nach 15.000 Kilometern.
  • Gut informieren: Vor Fahrtantritt sollte man sich über die vorherrschende Pollenflug-Situation informieren, die sich durch wechselnde Wetterverhältnisse rasch ändern kann.
  • Ärztlichen Rat einholen: Um Gegenmaßnahmen zu treffen, muss man die eigene Sensibilität gegenüber den verschiedenen Pollenarten kennen. Das kann durch einen Allergietest festgestellt werden. Eine Desensibilisierungs-Behandlung kann ebenso Erfolg bringen wie die gezielte Einnahme von sogenannten Anti-Histaminika, die allergische Symptome mildern.
  • Ganz wichtig: Die Medikamente dürfen keine negativen Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit haben. "Unbedingt Rücksprache mit dem Arzt halten, wie sich Medikamente auf das Fahrverhalten auswirken können. Im Notfall Fahrten verschieben", appelliert der ÖAMTC-Verkehrsmediziner.



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