Sportler sollten regelmäßig auf Allergien getestet werden
Allergie- und Lungenfunktionstests sollten regelmäßig bei Sportlern
durchgeführt werden - das sagen italienische Wissenschaftler. In einer
Studie fanden die Forscher nämlich heraus, dass über ein Fünftel der
untersuchten Elite-Sportler an Asthma litten, während weitere 40% der
Studienteilnehmer einen positiven Haut-Prick-Test und etwa ein Drittel
Rhinitis hatten. Das vermehrte Vorkommen von Asthma wurde bei Sportlern
verschiedenster Disziplinen festgestellt und nicht - wie ursprünglich
angenommen - nur bei Schwimmern und unter kalten Klimabedingungen sportlich
aktiven Ausdauersportlern. Aus der Studie geht weiter hervor, dass leichtes
oder subklinisches Asthma weder mittels Haut-Test, noch durch Spirometrie
vorhergesagt werden könnte, berichten Sergio Bonini vom Italian National
Research Council, Rome und seine Kollegen.
Das Team untersuchte 98 italienische Athleten, die sich im Training für die
Olympischen Spiele befanden. Von diesen wurde bei 20 (20,4%) Asthma
diagnostiziert. Die Rate war bei Ausdauersportlern mit 7 von 23 (30,4%) im
Vergleich zu den restlichen Athleten (13 von 75 bzw. 17,3%) noch deutlich
erhöht. Im Hinblick auf Sportausübung in der Halle oder im Freien fanden die
Wissenschaftler keine nennenswerten Unterschiede.
Rhinitis kam bei 34 (34,7%) der untersuchten Sportler vor, von denen 21
(21,4%) ausschließlich Rhinitis hatten, während 13 (13,9%) noch zusätzlich
Asthma hatten. Das Auftreten von Rhinitis war unabhängig von der Sportart.
44 (44,4%) der untersuchten Athleten hatten einen positiven Haut-Prick-Test,
wobei wiederum kein Zusammenhang zwischen Sportaussübung im Freien oder in
Innenräumen feststellbar war. Ein positiver Haut-Test war mit einem
relativen Risiko von 4,9 mit signifikant Rhinitis verbunden, jedoch nicht
mit Asthma.
Mittelwerte und Verteilung von abnormalen Lungenfunktionsmessergebnissen
waren jedoch ähnlich bei Sportlern mit Asthma, mit Rhinitis und auch bei
jenen, die weder an Asthma noch an Rhinitis litten, und ein positiver
Haut-Prick-Test warnicht in Zusammenhang mit abnormalen Spirometriewerten.
Weiters waren weder Bronchospasmolyse- noch inhalative Provokationstests
sensibel genug um milde Formen von Asthma bei Sportlern mit einer normalen
Basisspirometrie zu diagnostizieren.
"Abschliessend kann man sagen, dass Asthma, Rhinitis und Allergien speziell
bei bei Elite-Sportlern häufig vorkommen" schreiben die Studienautoren im
Journal Allergy.
"Allergie- und Spirometrietests sollten daher regelmäßig bei allen Athleten
durchgeführt werden, auch wenn sie einen geringen Vorhersagewert für die
Diagnose von Asthma zu haben scheinen. Folglich sollte mit dem Konsens von
Experten für die Diagnose von Asthma bei Sportlern ein genaueres Protokoll
für Lungenfunktionstests gefunden werden."

Predictive value of allergy and pulmonary function tests for the diagnosis
of asthma in elite athletes; M. Bonini, G. Lapucci, G. Petrelli, A. Todaro,
T. Pamich, G. Rasi, S. Bonini; Allergy Volume 62, Issue 10, Page 1166-1170,
October 2007
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