Hunde im Haushalt senken Allergie-Risiko bei Kindern
Kleine Kinder, die in Haushalten mit Hund aufwachsen, haben ein vermindertes Risiko für eine Sensibilisierung (Atopie) auf inhalative Allergene. Zu diesem Schluss kommen deutsche Wissenschaftler laut einer rezenten Studie. Im European Respiratory Journal berichten Joachim Heinrich vom National Research Centre for Environmental Health in München und sein Team, dass dieses Ergebnis nicht bei gleichzeitiger Exposition gegenüber Endotoxin (Zerfallsprodukte von Bakterien, die im Menschen physiologische Reaktionen auslösen können) gilt. Ob das Zusammenleben mit einem Haustier vor einer Atopie schützen kann, wurde bereits in zahlreichen Studien untersucht – bislang allerdings ohne Konsens.
Heinrich und sein Team analysierten die Daten zweier Geburtenkohorten: GINI (German Infant Nutrition Intervention Programme; 1962 Teilnehmer) und LISA (Influences of Lifestyle Related Factors on the Human Immune System and Development of Allergies in Children; 1193 Teilnehmer). Ihr Ziel war, den Zusammenhang zwischen dem Kontakt mit Hunden und dem Kontakt mit Innenraum-Endotoxin während der Kindheit sowie die Entwicklung einer allergischen Sensibilisierung und atopischen Erkrankungen bis zum Alter von sechs Jahren zu erforschen.
Nach dem Analysieren der Daten, ob ein Zusammenhang zwischen Kindeskontakt mit Hunden und einer Entwicklung allergischer Symptome besteht sowie der im Alter von sechs Jahren durchgeführten Messungen von spezifischem Immunoglubulin E (IgE) auf die häufigsten Aeroallergene fand das Team heraus, dass der Besitz eines Hundes in frühem Kindesalter mit einem signifikant reduzierten Risiko der Sensibilisierung auf Pollen- und inhalative Sensibilisierung verbunden war. Es konnte jedoch kein Zusammenhang einer Sensibilisierung auf Hunde oder allergischer Symptome und Krankheiten festgestellt werden. Insbesondere fand das Team heraus, dass es auch keinen Zusammenhang zwischen Exposition zu Hausstaub-Endotoxin während der Kindheit und den Sensibilisierungs-Ergebnissen gab.
"Unsere Resultate zeigen klar, dass die Präsenz eines Hundes im Haushalt während der Kindheit mit einem signifikant geringeren Risiko einer Sensibilisierung auf Pollen- und andere inhalative Allergene assoziiert ist und in keinen Zusammenhang mit einer spezifischen Sensibilisierung auf Hundeallergene steht," erklären die Studienautoren.
Sie bemerken abschließend: "Weitere Studien über den Effekt einer größeren Auswahl mikrobieller Exposition durch Hundehaltung und pränatale Exposition sind notwendig."
Dog ownership and contact during childhood and later allergy development;
C-M. Chen, V. Morgenstern, W. Bischof, O. Herbarth, M. Borte, H. Behrendt, U. Krämer, A. von Berg, D. Berdel, C. P. Bauer, S. Koletzko, H-E. Wichmann, J. Heinrich, and the Influences of Lifestyle Related Factors on the Human Immune System and Development of Allergies in Children (LISA) Study Group and the German Infant Nutrition Intervention Programme (GINI) Study Group;
Eur. Respir. J., May 2008; 31: 963 - 973.
|