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Feuchte Wohnräume und Schimmelpilze - Begleiterscheinungen unserer (modernen) Wohnkultur?


Schimmelpilz-Ratgeber jetzt erhältlich

Wir Menschen halten uns zu rund 90 % der Zeit in Innenräumen auf. Aus umwelthygienischer Sicht kommt deshalb der Raumluftqualität eine besondere Bedeutung zu. Die Innenraumluft kann aus einem Cocktail gasförmiger und fester Stoffe wie Tabakrauch, Formaldehyd, Ozon, Staub etc. bestehen, die in der Lage sind das Wohlbefinden und die Gesundheit des Menschen mehr oder weniger stark zu beeinträchtigen.

Zu den weiteren, bisher eher unterschätzten Belastungsfaktoren im Innenraum zählen Mikroorganismen wie Viren, Bakterien sowie Schimmelpilzsporen. Das Spektrum der Schimmelpilze umfasst mehr als 100.000 zum Teil weltweit verbreitete Arten, wobei einige hundert in Wohnungen vorkommen können.

Pilze bauen biologisch inaktives Material ab, wobei die einzelnen Pilzarten spezielle Enzyme dafür einsetzen. Der typische modrige Geruch in schimmelbelasteten Wohnungen stammt von den abgesonderten Stoffwechselprodukten. Die Schimmelpilze selbst bestehen aus einem feinen, weit verzweigten Gewebe (Myzel), wobei an deren Ende Fruchtkörper gebildet werden. Die Fruchtkörper bilden im Wachstum eine Unmenge an Sporen, die an die Luft abgegeben und wie Staub mit der Luftbewegung verteilt werden. Manche Pilzarten setzen bis zu 20 Millionen Sporen pro Minute frei, die sich dann ähnlich wie Staub auf den Oberflächen von Wänden und Einrichtungsgegenständen absetzen.
Weder in der Luft noch auf trockenen Oberflächen finden Pilzsporen Voraussetzungen für ein Wachstum. Werden jedoch geeignete Oberflächen feucht (durch Kondenswasser, eindringendes Regenwasser, Spritzwasser in Bädern etc.), so beginnen Pilzsporen ein üppiges Wachstum und bilden den sichtbaren Schimmelpilzrasen. Neben Feuchtigkeit benötigen Schimmelpilze noch organisches Substrat, welches sie in Wohnungen in Form von zellulosehaltigen Tapeten, Holzkonstruktionen, Staubbestandteilen sowie in Anteilen von Kunststoffen (z.B. in Duschvorhängen) reichlich vorfinden.

Schimmelpilze sind in Wohnräumen weiter verbreitet als man denkt. Die Gesundheitsrelevanz von vermehrten Schimmelpilzsporen im Wohnraum wird wissenschaftlich intensiv diskutiert. Tatsache ist jedoch, dass mit der Luft eingeatmete Sporen und Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen allergische und reizende Reaktionen bzw. Symptomkomplexe beim Menschen auslösen können. Darüber hianaus können einige Schimmelpilzarten bei bestimmten Risikogruppen auch Infektionen hervorrufen (Mykosen). Die häufigsten im Zusammenhang mit Schimmelpilzbelastungen im Innenraum beschriebenen Symptome sind unspezifisch, so z.B. Bindehaut-, Hals- und Nasenreizungen sowie Husten, Kopfweh oder Müdigkeit.

Der Landeshygieniker für Steiermark führt seit über 10 Jahren Messungen der Innenraumbelastung durch Schimmelpilzsporen durch und berät Hilfesuchende zu diesem Thema. Eine Broschüre umfasst die wichtigsten Informationen über Entstehung, Bedeutung und Abhilfemaßnahmen und kann unter 0316 / 3807699 kostenlos angefordert werden.


Landeshygieniker für Steiermark
im August 2003


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