Asthma: Burschen wachsen öfter heraus
Jungen bekommen zwar häufiger Asthma als Mädchen, können jedoch der
Krankheit eher entwachsen. Das haben US-amerikanische Wissenschaftler
herausgefunden, als sie die Empfindlichkeit der Luftwege von über 1.000
Kindern testeten. Die Empfindlichkeit gegenüber reizenden Stoffen
verringerte sich mit zunehmendem Alter bei vielen Jungen, während sie bei
Mädchen eher gleich blieb, ergab die Studie.
In der Studie mussten sich die Kinder neun Jahre lang acht bis neun Mal pro
Jahr einem Lungen-Provokationstest unterziehen. Bei diesem sogenannten
Methacholintest bewirkt der Arzneistoff Methacholin eine Verengung der
Bronchien, ähnlich wie bei einem Asthmaanfall. Nach knapp neun Jahren
konnten die Forscher schließlich ein klares Muster erkennen. Während die
Dosis, die benötigt wird, um eine Verengung der Bronchien herbeizuführen,
bei den Jungen über die Jahre immer höher wurde, veränderte sich die
Empfindlichkeit der Mädchen gegenüber dem Wirkstoff nicht.
Im Alter von 16 Jahren war bei den Jungen im Durchschnitt schon die doppelte
Dosis wie bei Mädchen notwendig, um eine Reaktion hervorzurufen. Mit 18
Jahren war nur bei 14 Prozent der Mädchen eine Abnahme in der
Empfindlichkeit der Luftwege eingetreten, verglichen mit 27 Prozent bei den
Jungen. Die Ergebnisse der Studie geben erstmals einen Einblick, warum es
bei Asthma solche Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Damit sind
die Untersuchungen von Tantisira jedoch noch nicht abgeschlossen. Die
meisten der Probanden haben das Erwachsenenalter erreicht, und es soll eine
zweite Studie geben, die verstärkt auf jene Probanden gerichtet sein wird,
die mittlerweile keine Asthmabeschwerden mehr haben.
Airway Responsiveness in Mild to Moderate Childhood Asthma;
Kelan G. Tantisira, Ryan Colvin, James Tonascia, Robert C. Strunk, Scott T. Weiss and
Anne L. Fuhlbrigge;
American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine Vol 178. pp.
325-331, (2008)
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