Klassenkameraden helfen Asthmamedikamente einsparen
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Englische Wissenschaftler berichten in der letzten Ausgabe des European Respiratory Journal, dass ein schulisches Interventions-Programm asthmatischen Schulkindern zu einem besseren Gesundheitszustand verhalf, vor allem, weil die Klassenkameraden der Kinder gelernt hatten, wie man mit Asthma richtig umgeht. "Asthmatische Kinder, die jene Schulen besuchten, in denen das Interventions-Programm eingeführt war, benötigten weniger Asthma-Medikamente und hatten erhöhte Lebensqualität und Selbstwertgefühl, verglichen mit Kindern aus Schulen ohne Interventions-Programm.", schreiben Donna McCann und ihre KollegInnen von der University of Southampton.
Trotz den eindeutigen Auswirkungen von Asthma auf Schulbesuch und die physischen Aktivitäten sowie das Verhalten und betroffener Kinder, "ist die entsprechende Ausbildung und das Wissen bezüglich Asthma-Management bei den Lehrern sehr gering, Asthma-Akten sind unvollständig und effektives Selbst-Management der Inhalationstherapie ist nicht zufriedenstellend," fügen McCann und ihr Team hinzu. Aus diesem Grunde untersuchten die Wissenschaftler, ob ein schulisches Interventions-Programm die klinischen und psychologischen Maßstäbe bei asthmatischen Schulkindern verbessern könnte. Insgesamt untersuchten die Forscher 193 Kinder mit Asthma von 23 Schulen und im Alter von 7 bis 9 Jahren. Nach dem Zufallsprinzip wurde ausgewählt, welche der Schulen ein Interventions-Programm bekamen. Im Interventions-Programm inbegriffen waren ein Asthma-Training des Lehrerkollegiums, Ratschläge zur Asthma-Politik, ein Notfalls Bronchospasmolytikum zur Inhalation und ein Workshop für die Schulkameraden der ganzen Klassen.
Interessanterweise fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Menge an verordneten Asthma-Medikamenten genau in jenen Schulen abnahm, die am Interventions-Programm teilgenommen hatten, und zwar im Vergleich mit den Schulen ohne Interventions-Programm um 23,5% bzw. 19,8% im Bezug auf keine oder mildere Medikation nach der Studie. Eine höhere Dosis Medikamente erhielten bei den Interventions-Schulen 10,6% der Kinder, im Vergleich dazu 18,7% bei den Schulen ohne Interventions-Programm. Außerdem zeigten 42,9% der Kinder der aktiven Gruppe eine klinisch relevante Verbesserung des aktiven Lebensqualitäts-Score, verglichen mit 27,1% der Kinder aus der Gruppe ohne Intervention. Das Selbstwertgefühl war durch Intervention nur bei den weiblichen Teilnehmern erhöht, während Haustierhaltung einen signifikanten Einfluß auf das Selbstwertgefühl bei den Buben hatte, egal ob sie in eine Schule mit, oder ohne Interventions-Programm gingen. Die Wissenschaftler folgern daraus, dass sowohl Geschlecht, als auch Umfeld der Wohnstätten den Effekt der Intervention beeinflussen können.
Da nur wenig Änderungen bei der Asthma-Politik oder dem Wissen des Schulpersonals gefunden wurde, schreiben die Forscher den Nutzen der Intervention hauptsächlich den Workshops für die ganzen Klassen zu, bei denen die Kameraden der asthmatischen Kinder unterrichtet wurden. Da die asthmatischen Kinder in der Studie relativ milde Formen der Erkrankung hatten, könnte dies die Chancen Verbesserungen mit dem Interventions-Programm aufzudecken verringert haben und die Studienautoren bemerken abschliessend: "Ein Interventions-Programm für ganze Schulen kann, wenn die Betreuung für alle Kinder weiterverfolgt wird, den Gesundheitszustand von Kindern mit Asthma verbessern, aber die Effekte werden wahrscheinlich durch Geschlecht und Umfeld der Wohnstätten abgewandelt."

A controlled trial of a school-based intervention to improve asthma management; D C. McCann, J. McWhirter, H. Coleman, M. Calvert and J. O. Warner; Eur Respir J 2006; 27:921-928
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