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Was die Augen bei Allergikern jucken und tränen lässt


foto: MS Design Ein Protein namens MIP-1alpha lässt bei Heuschnupfen die Augen jucken und rot werden. Das Eiweißmolekül wird kurz nach Kontakt mit einem Allergen im Auge gebildet und spielt eine Schlüsselrolle beim Auslösen der folgenden allergischen Reaktion. Das haben britische Forscher an Versuchen mit Mäusen entdeckt. Die Ergebnisse könnten zur Entwicklung einer wirkungsvollen Therapie gegen Heuschnupfen führen: Wurden nämlich Bildung oder Wirkung von MIP-1alpha blockiert, traten auch die geröteten Augen nicht mehr auf. Das berichten die Wissenschaftler um Santa Jeremy Ono vom University-College in London in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Investigation.

Allergische Reaktionen erfolgen in zwei Phasen. In der ersten Phase, die innerhalb der ersten Stunde nach Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff eintritt, werden so genannte Mastzellen aktiviert. Diese zum Immunsystem gehörenden Zellen setzen dann Botenstoffe frei, die eine akute Entzündungsreaktion auslösen. In der zweiten Phase, die 12 bis 24 Stunden nach dem Kontakt erfolgt, wandern andere Immunzellen – alarmiert durch ähnliche Botenstoffe – zum Ort des Kontaktes, wodurch eine chronische Entzündung ausgelöst wird. Während die Vorgänge bei dieser zweiten Reaktionsphase praktisch vollständig aufgeklärt sind, ist die erste Phase noch relativ wenig erforscht.

Einen Hauptauslöser der akuten Reaktion in den Augen konnten Ono und seine Kollegen nun identifizieren: Sie untersuchten die Bindehaut von allergischen Mäusen kurz nach Kontakt mit einem Allergen und fanden eine starke Aktivierung des MIP-1alpha-Gens. Weitere Untersuchungen zeigten, dass es sich bei MIP-1alpha tatsächlich um eines der Schlüsseleiweiße handelte: Wurde das Protein gesunden Mäusen ins Auge geträufelt, entwickelten sie ebenfalls die typischen Symptome. Sowohl eine Inaktivierung des Gens als auch eine Blockierung der entsprechenden Andockstelle verhinderten dagegen die allergische Reaktion.

MIP-1alpha wirkt in der Bindehaut, indem es die Mastzellen aktiviert, schreiben Ono und seine Kollegen. Wird dieser Vorgang verhindert, bleibt auch das Jucken, Brennen und Tränen aus. Nach Ansicht der Forscher eignet sich das Protein daher hervorragend als Angriffspunkt für eine zielgerichtete Anti-Heuschnupfen-Therapie, die im Gegensatz zu herkömmlichen Behandlungsweisen praktisch nicht in die restliche Immunregulation eingreift. Die Wissenschaftler wollen nun untersuchen, ob MIP-1alpha auch bei anderen Allergieformen wie Asthma oder Neurodermitis eine Rolle spielt.




Macrophage inflammatory protein-1 as a costimulatory signal for mast cell-mediated immediate hypersensitivity reactions
Dai Miyazaki, Takao Nakamura, Masako Toda, Kam-Wa Cheung-Chau, Ricardo M. Richardson, and Santa Jeremy Ono
The Journal of Clinical Investigation
Published January 13, 2005. 10.1172/JCI200518452





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