Encasings: Porengröße nicht alleiniges Kriterium bei unbeschichteten Überzügen
Milbendichte Überzüge – sogenannte Encasings – zählen zu den effektiven Maßnahmen zur Kontrolle von Hausstaubmilben und deren Allergenen im Wohnbereich. Ärzte empfehlen Personen mit Hausstaubmilbenallergie die Anschaffung solcher Allergenbarrieren, um die nächtliche Allergenexposition auf ein Minimum zu reduzieren. Die zahlreichen auf dem Markt befindlichen Überzüge unterscheiden sich sehr in Bezug auf Kosten, Komfort und in ihrer Fähigkeit Hausstaubmilben und deren Allergene zu blockieren.
Zur Herstellung von Encasings werden Plastik und Polyurethanbeschichtete sowie dichtgewobene Gewebe und Vliesstoffe verwendet. Plastik und Polyurethanbeschichtete Überzüge haben keine Porenöffnungen und bieten den besten Allergenschutz, haben jedoch im Vergleich zu dichtgewobenen Geweben und Vliesstoffen eine reduzierte Dampfdurchlässigkeit, so dass manche dieser beschichteten Überzüge nur unzureichenden Schlafkomfort bieten. Dichtgewobene Gewebe und Vliesstoffe haben Porenöffnungen und dadurch einen gewissen Grad an Luft- und Dampfdurchlässigkeit. Besonders nichtgewobene Spinnvliesstoffe werden oftmals als günstige Alternative zu den kostenintensiveren dichtgewebten oder beschichteten Überzügen angeboten.
Wie in der letzten Ausgabe des amerikanischen Journal of Allergy and Clinical Immunology berichtet wird, haben Forscher im Rahmen einer Studie nun nachgewiesen, dass Vliesstoffe – die auf Grund ihrer kleinen Porengrössen als Allergenbarriere verwendet werden - bereits zwei Tage nach Exposition von Milben innerhalb der ebenen Oberfläche besiedelt werden können. Elektronenmikroskopische Aufnahmen zeigen Milben innerhalb der umgebenden, nicht-organisierten Faserstruktur, die eine Milbenpaarung unterstützt und ein strukturiertes Medium für die Ei-Ablage bietet. Im Gegensatz dazu konnten die eng aneinander liegenden und gut organisierten Fasern der dicht-gewebten Materialien weder von den Milben, noch von deren Eiern oder Exkrementen durchdrungen werden. Sie blieben an der Außenseite der dichtgewebten Überzüge hängen. Die Wissenschaftler kommen daher zu dem Schluss, dass nicht nur die Porengröße als Kriterium für die Allergenundurchlässigkeit nicht beschichteter Gewebe berücksichtigt werden sollte, sondern auch die Textur des Materials bedacht werden sollte und dichtgewebte Materialien Vliesstoffen vorzuziehen seien, da sie von Hausstaubmilben nicht besiedelt und durchdrungen werden können.

Mahakittikun V et al: Woven Material for bed encasement prevents mite penetration
J ALLERGY CLIN IMMUNOL
VOLUME 112, NUMBER 6, p.1239-1241
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