über_allergien

Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung
Medizinischer Beirat
Werden Sie Mitglied
News-Archiv ab 2007
News-Archiv ab 2005
News-Archiv bis 2004
Newsletter
download
Links
Impressum
www.menzl.com
www.alk-abello.at
Der Verein Über Allergien Allergenvermeidung Presse-Ecke Kontakt

 

Ausstellung zum Thema "100 Jahre Allergie"



Berliner Medizinhistorisches Museum Die Augen jucken, die Nase läuft und auf der Haut bilden sich unansehnliche rote Pusteln - Allergien sind nicht nur lästig, sondern führen auch oft zu erheblichen Einschränkungen im alltäglichen Leben. Allein in Österreich leiden rund 1,6 Millionen Menschen an Allergien. Viele haben Heuschnupfen, andere wiederum vertragen bestimmte Nahrungsmittel oder Tierhaare nicht. Dabei sind Allergien keine moderne Erscheinung der vergangenen Jahrzehnte. Schon vor rund 100 Jahren prägte ein Wiener Arzt das Wort "Allergie" als medizinischen Fachbegriff. Aus diesem Anlass wird am Dienstag, den 15. August 2006 im Medizinhistorischen Museum Berlin eine Ausstellung zum Thema 100 Jahre Allergie eröffnet.

Zufällige Beobachtung

Die Entdeckung der Krankheit war wie so oft in der Geschichte der Medizin ein Zufall: Der junge Kinderarzt Clemens von Pirquet (1874- 1929) beobachtete bereits in seinen ersten Berufsjahren, dass seine kleinen Diphtherie-Patienten auf Injektionen mit Pferdeserum unterschiedlich reagierten, wie der Allergologe Karl-Christian Bergmann vom Allergie-Centrum-Charite berichtet. "Während die Injektion bei den meisten Kindern die gewünschte Genesung vorantrieb, löste sie bei anderen schwerste Nebenwirkungen aus, die teilweise sogar zum Tod führten", erläuterte Bergmann, der Mitorganisator der Allergie-Ausstellung ist. Pirquet bemerkte außerdem, dass der Körper bei einer zweiten Impfung schneller und mitunter heftiger reagierte. Der Mediziner schlussfolgerte: Ein wiederholter Kontakt mit dem gleichen Stoff führt zur Reaktion mit dem bereits gebildeten Gegenstoff. "Damit hatte Pirquet den Wirkungskreislauf von Allergien entdeckt, der sich noch heute in den medizinischen Lehrbüchern findet", sagt Bergmann.

Überreaktion des Immunsystems

Clemens Peter Pirquet von Cesenatico Bei einer Allergie stuft das Immunsystem eigentlich ungefährliche Substanzen als gefährlich ein. Dadurch werden gegen bestimmte Stoffe (Allergene) körpereigene Waffen (Antikörper) gebildet. Die Folge: Die betroffenen Zellen schütten das Hormon Histamin aus, das im umliegenden Gewebe allergische Reaktionen verursacht. Diese Überreaktion beschrieb der gebürtige Wiener Pirquet 1906 in der "Münchener Medizinischen Wochenzeitschrift" erstmals als "Allergie". "Allos" heißt auf Griechisch "anders" oder "fremd" - eine Allergie ist folglich eine veränderte Reaktionsfähigkeit des Körpers. Seit der Entdeckung der Krankheit durch Pirquet hat sich einiges getan. In den Regalen der Apotheken stapeln sich heute die entsprechenden Medikamente, Tests können zahlreiche Allergien voneinander unterscheiden, und mit Hilfe einer so genannten Hyposensibilisierung gewöhnt sich der Körper schrittweise an ein bestimmtes Allergen wie etwa Insektengift. So können die Beschwerden zumindest bei den meisten Patienten reduziert werden. "Allerdings werden Allergien heute noch häufig zu wenig beachtet und bagatellisiert", sagt Bergmann. Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie werden nur zehn Prozent der Betroffenen mit Atemwegsallergien korrekt therapiert. Die Folge: Allergien wie der Heuschnupfen verschlimmern sich mit der Zeit und führen zu chronischen Erkrankungen.

Dramtischer Anstieg von Allergiefällen

Nach Angaben der Europäischen Stiftung für Allergieforschung ECARF nehmen Allergien in allen industrialisierten Ländern dramatisch zu. Einige Experten sprechen sogar von einer Epidemie. Damit nicht genug: Die ECARF geht davon aus, dass im Jahr 2010 jeder Zweite an einer Allergie leiden wird. Wenn man jedoch bedenkt, dass Allergien auch die Leistungsfähigkeit der Betroffenen mindern und die Anzahl der Krankmeldungen in die Höhe treiben, hätte so eine Entwicklung auch volkswirtschaftliche Folgen. Immerhin rechnen Experten schon jetzt allein in der EU mit Kosten in Höhe von 25 Milliarden Euro pro Jahr.

APA - Austria Presse Agentur, 10.08.2006



created by m/s design