Allergische Reaktionen auf Euro - Kontaktallergie durch Nickelfreisetzung
Eine Studie mit Beteiligung der Eidgenössischen Technischen Hochschule
Zürich hat ergeben, dass die 1- und 2-Euromünzen in Verbindung
mit dem menschlichen Schweiss Nickel freisetzen, was eine
Kontaktallergie auslösen kann. Hauttests, die das Institut für Metallforschung
und Metallurgie der ETH gemeinsam mit dem Departement für
Dermatologie der Universität Zürich durchgeführt hat ergaben, dass die
1- und 2-Euromünzen allergische Reaktionen auslösen können. Getestet
wurden diese Reaktionen an sieben Allergikern, die während zwei oder
drei Tagen die Euromünzen mit einem Transparentpflaster auf der Haut
trugen. Die Reaktionen waren Hautrötung, Bläschen und andere Ausschläge.
In einem Modellsystem wurde eruiert, dass die Werte der
Nickelfreisetzungsrate der Münzen 240-320 mal höher liegen als es die EU-Nickel-Richtlinien vorschreiben.
Diese Richtlinien gelten allerdings nur für langzeitigen Körperkontakt. Der an den Tests beteiligte
ETH-Forscher Hannes Speidel erklärt, was die erhöhte
Nickelfreisetzungsrate bewirken kann: "Die bimetallische Struktur
der untersuchten Euromünzen löst in Verbindung mit dem menschlichen
Schweiss zwei Korrosionsprozesse aus, welche die erhöhte
Nickelfreisetzungsrate der Münzen beeinflussen könnten." Speidel erläutert,
wie die chemischen Mechanismen, welche die Nickelfreisetzung bewirken
würden, funktionieren. Taucht man die zwei unterschiedlichen Legierungen vom
Ring und Kern der Euromünzen getrennt in einen Elektrolyten wie
beispielsweise menschlichen Schweiss, fliesst galvanischer Strom
vergleichbar einer Batterie. Die zwei unterschiedlichen Legierungen der
Euromünzen würden diesen Stromfluss beeinflussen. Dieser Stromfluss bewirkt die Korrosion.
Eine weitere mögliche Ursache für die erhöhte Nickelfreisetzungsrate
sei der Spalt zwischen den zwei Legierungen der Münzen.
Aggressive Elektrolyten wie etwa menschlicher
Schweiss könnten in diesem Spalt eine sogenannte Spaltkorrosion
auslösen, die dann in Folge eine erhöhte Nickelfreigabe bewirken
würde
Nature, 12. September 2002
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