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Plötzliche Temperaturänderungen und allergische Rhinitis


foto: ALK-Abello Neueste Studienergebnisse deuten darauf hin, dass bei Personen, die zu Allergien neigen, plötzliche Änderungen der Lufttemperatur auch ohne Allergenexposition Rhinitis hervorrufen können.

Das Hervorrufen von Rhinitis durch Luftveränderungen ist bei Allergikern öfters zu beobachten, aber die dem zugrunde liegende Pathophysiologie ist noch unklar. Um dies zu erforschen, führte ein Team der Universität von São Paulo in Brasilien eine Fall-Kontrollstudie in einem Thermik-Labor durch. Dazu rekrutierten die Wissenschaftler 32 Patienten mit allergischer Rhinitis und 16 nicht allergische Kontrollpersonen. Jeder Studienteilnehmer verbrachte rotierend drei Stunden in jeder von zwei Kammern, wobei eine mit 26°C und die andere mit 14°C geregelt war. Beide Kammern hatten die gleichen Bedingungen bezüglich Luftfeuchtigkeit, Licht, Belüftung und Geräuschpegel.

Die Auswertung nasaler Symptome und Proben nach der Provokation ergab zahlreiche Unterschiede zwischen den Rhinitis-Patienten und der Kontrollgruppe. So hatten die Rhinitis-Patienten zum Beispiel höhere Symptom-Scores, mehr Abschuppen und höhere Werte von Eosinophilen, Leukotrienen C4, Total Inflammatory Cells, ECP (Eosinophilic Cationic Protein) , Albumin und Tryptase verglichen mit den Kontrollen, berichten Gustavo Graudenz und seine KollegInnen. Verglichen mit den Basiswerten zeigten beide Gruppen einen Anstieg bei Symptom-Scores, Anteil an Eosinophilen, epitheliale Abschuppung, Albumin, Myeloperoxidase und Soluble Intercellular Adhesion Molecule-1.

Im Journal of Allergy and Clinical Immunology schreiben Gaudenz und KollegInnen, dass durch Klimaanlagen bedingte Temperaturänderungen "eine sofortige nasale Reaktion mit signifikanter Abschuppung mukosaler Epithelzellen" hervorrufen können. Diese Veränderungen betreffen alle Personen, seien jedoch bei jenen mit Rhinitis stärker ausgeprägt und deuten auf "einen doppelten Entzündungsprozess" hin, mit sowohl Früh-, als auch Spät-Phasen-Reaktion. "Persistierende allergische Rhinitis ist ein Risikofaktor für die Entwicklung einer durch plötzliche Temperaturänderungen bedingten Rhinitis, auch ohne Allergenexposition", so die Wissenschaftler abschliessend.




The role of allergic rhinitis in nasal responses to sudden temperature changes;
Gustavo Silveira Graudenz, Richardt G. Landgraf, Sonia Jancar, Arlindo Tribess, Simone G. Fonseca, Kellen Cristhina Faé, Jorge Kalil;
J Allergy Clin Immunol 2006; Volume 118, Issue 5, Pages 1126-1132




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