Allergie: Gibt es keine Wundermedizin?
Allergien plagen Tausende Oberösterreicher.
Groß war deshalb der Ansturm
auf die Allergieexperten Josef Eckmayr (Krankenhaus Wels),
Georg Klein (Elisabethinen, Linz) und
und Andrea Grillenberger (Kinderkrankenhaus), die am
OÖN-Telefon Fragen beantworteten.
Es gab bei den Fragen fünf große Themenbereiche.
Unzufriedenheit mit der verordneten Therapie.
Einen offenbar großen Teil der Allergiker enttäuscht die Wirkung
der verordneten Medikamente. Viele haben Probleme mit
deren Nebenwirkungen oder fürchten diese. Fragten die Experten dann,
welche Medikamente verordnet wurden, dann erfuhren sie oft:
Verordnet worden waren nicht die modernsten,
nahezu nebenwirkungslosen Antihistaminika. Außerdem entstand der Eindruck, dass manche Ärzte zu lange zögern bis sie zu Medikamenten raten, die
Cortison enthalten. Und das führt direkt zum nächsten
oft angesprochenen Thema.
Mein Arzt rät zu Cortison, aber ich habe Angst vor Nebenwirkungen.
Der Rat der Experten: Hoch dosiertes Cortison
(Injektionen, Tabletten) ist bei Allergien auf Dauer zwar keine Lösung,
für einige "Spitzentage" aber kann es notwendig sein und
im Notfall (schwere Atemnot oder gar ein Schock) ist es
lebensrettend. Meist reicht es aber, nur fallweise bei starken
Beschwerden Cortison in Form von Augen- und Nasentropfen, Salben oder Sprays
einzusetzen. Dann wirkt das Cortison meist langsamer,
aber zielgerichtet und ist so gering dosiert,
dass es kaum Nebenwirkungen gibt.
Die Angst vor Asthma als Folge der Allergie.
Dieses Risiko ist bei schweren, lang anhaltenden und auf die Atemwege wirkenden
Allergien sehr hoch. Speziell bei Kindern. Das ist einer der Gründe, eine Austestung
der Allergieverursacher und Therapien zu empfehlen.
Gibt es neue, milde, gut wirkende Behandlungskonzepte?
Die Allergiemedikamente wurden zwar stark verbessert,
die Auswahl wurde grösser und es kann individueller therapiert werden, ein neues
"Wundermittel" aber gibt es nicht.
Helfen alternative Heilmethoden? Akupunktur kann offenbar einzelnen
Allergiepatienten für einige Wochen Linderung bringen, Andere alternative Methoden, z. B.
Bachblüten, sind wirkungslos. Bei der Bioresonanztheraphie
schließen sich die Ärzte dem Urteil ihrer Kollegin
Andrea Grillenberger an: "Sie hilft sicher -
aber nur einzelnen Ärzten beim Geld verdienen."
OÖ Nachrichten vom 28. März 2003
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