Gestresste Haut: Sonnenallergie & Sonnenbrand

Tipps für ein Sonnenbad ohne Folgen
Die Bade- und Urlaubsaison hat begonnen.
UV-Belastung und Hautschädigungen nehmen
von Jahr zu Jahr zu, denn unser
größtes Organ vergisst keine Sonnenbestrahlung.
Kinder sind besonders gefährdet.
Da ihre Haut empfindlicher ist,
kommt es rascher zu Sonnenbränden, deren Folgen
(Hautkrebs und andere -schäden)
erst im späteren Leben auftreten können. Jeder
Sonnenbrand erhöht
das Risiko, später einmal an Hautkrebs zu erkranken.
Der sogenannten Sonnenallergie oder
"Polymorphen Lichtdermatose", wie der
medizinische Ausdruck lautet, liegt
möglicherweise gar kein echtes
allergisches Geschehen zugrunde,
zumindest konnte bisher kein Auslöser
identifiziert werden. Es handelt sich um ein
relativ häufiges Krankheitsbild, das vor allem
hellhäutige Frauen betrifft.
Meist schon im Jugendalter kommt es
alljährlich im Frühjahr oder durch
die verstärkten Aufenthalt in der Sonne im
Urlaub Stunden bis Tage nach dem Sonnenbad
zum Auftreten von juckenden Knötchen und Bläschen an den
frei getragenen Hautarealen. Innerhalb etwa
einer Woche heilen die
Veränderungen wieder ab. Typisch ist ein Gewöhnungseffekt im
Verlauf des Sommers. Da die Sonnenallergie meist durch UVA ausgelöst wird, kann schon die Bestrahlung durch Glas
(Auto!) als Auslöser ausreichen. Wenn die Sonnenallergie
einmal aufgetreten ist, können lediglich Kortisoncremes
und Juckreiz-stillende Maßnahmen die Symptome lindern.
Damit es gar nicht soweit kommt
Vorbeugend ist wichtig, sich langsam
an die Sonne zu gewöhnen. Vorbräunung durch
UVA-Bestrahlung beim Hautarzt zeigt meist gute
Erfolge. Hüten Sie sich jedoch vor zu starker Bestrahlung
in Sonnenstudios. Die Bestrahlungsintensität ist dort nicht
dosierbar und kann sogar zum
gegenteiligen Effekt führen!
- Die einfachste Vorsorge ist die Vermeidung von direkter Sonnenbestrahlung. Achtung:
Die UV-Strahlung beträgt auch im Schatten
oder an einem bewölkten Tag immer noch
rund 50 Prozent!
- Meiden Sie die Mittagssonne.
- Cremen Sie sich mindestens 20 Minuten
vor dem Aufenthalt in der Sonne ein
und wiederholen Sie das nach
jedem Bad. Beachten Sie bitte: Nachcremen verlängert
den Schutz nicht, sondern hält ihn
nur aufrecht.
- Verwenden Sie hochwertige Sonnencremes,
die fett- und emulgatorfrei (allergiegetestet) sind und
keine Konservierungsstoffe enthalten. Der Schutzfaktor sollte Ihrem
Hauttyp entsprechen. Achten Sie besonders auf ausreichende Filterung
der UVA-Strahlen.

- Tragen Sie
sonnengerechte Kleidung. Ein trockenes Baumwoll-T-Shirt
hat je nach Material und Farbe (dunkel ist besser
als hell) einen Lichtschutzfaktor von rund 5,
ein nasses schützt mit ca. 2. Spezielle Sonnenschutzkleidung hat einen
UV-Schutz von bis zu 40 (Infos unter www.menzl.com/hyphen.htm)
- Der Kontakt mit manchen Gräsern
kann zu Hautreaktionen führen. Legen Sie sich
deshalb immer auf ein Handtuch und
nicht direkt in die Wiese.
- Wenn Sie Medikamente
nehmen, achten Sie in der Packungsbeilage auf
mögliche Wechselwirkungen, denn
bestimmte Medikamente erhöhen die Sonnenempfindlichkeit.
Fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin.
Univ. Prof. Dr. Norbert Reider
Leiter der Allergieambulanz
Dermatologische Universitätsklinik Innsbruck am 30. Juni 2003
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