Pressegespräch am 26. November 2003
im ORF Radiocafe - Zusammenfassung
ALLERGIE-AUSLÖSER MEIDEN STATT LEIDEN
Zivilisationskrankheit
Allergie: Seit den 60er Jahren verdoppelt sich die Zahl der Allergiker im
Zehn-Jahres-Rhythmus. Das Meiden und konsequente Beseitigen von
Allergie-Auslösern ist wesentlicher Bestandteil der Behandlung und bessert
Lebensqualität und -freude. In der IGAV-Checkliste „Wohnen ohne Allergene“
finden Allergiker Tipps, wie die unwillkommenen Mitbewohner aus der Wohnung
verbannt werden können.
Der Trend ist weltweit und insbesondere in
Industrie-Nationen zu erkennen: Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis nehmen
rapide zu. Neben saisonalen Allergieformen spielen so genannte
„Indoor-Allergien“ eine immer wichtigere Rolle: Tierhaare, Hausstaubmilben oder
Schimmelpilze fordern das Immunsystem heraus. „Werden diese Allergien nicht
rechtzeitig erkannt, ist der Betroffene unter Umständen rund um die Uhr, 365
Tage im Jahr mit seinen Allergenen konfrontiert“, warnt Univ.Prof. Dr. Christof
Ebner vom Allergie-Ambulatorium Reumannplatz, Wien.
Als Ursachen für die
Zunahme der Allergien in Industrie-Nationen wird eine Reihe von Faktoren
diskutiert. Ebner: „Fest steht, dass die genetische Disposition Einfluss auf die
Entstehung von Allergien hat. Weitere Gründe sind vermutlich unsere zu wenig
ausgelastete Immunabwehr, sozioökonomische Faktoren sowie unser
Lebensstil.“
Auch das Verhalten der Mutter während der Schwangerschaft kann
Einfluss auf die Entstehung einer Allergie haben. Univ.Prof. Dr. Manfred Götz,
Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde mit Infektionskrankheiten
am Wiener Wilhelminenspital dazu: „Raucht die werdende Mutter oder setzt sie
sich häufig Passivrauch aus, sinkt die Allergisierungsschwelle. Studien zeigen,
dass eine Stilldauer von 4 bis 6 Monaten das Allergierisiko um 30 bis 50 Prozent
senkt. Auch die Allergenmenge spielt eine Rolle. Je mehr potenziellen Allergenen
ein Kind ausgesetzt ist, desto eher entwickelt es allergische Symptome.“
Schnupfen, oder ..?
Eine rinnende Nase, tränende und juckende
Augen sowie Atembeschwerden zählen zu den typischen Symptomen einer Allergie.
Besteht nur der leiseste Verdacht auf eine Allergie, sollte man umgehend einen
(Kinder)Facharzt bzw. ein Allergie-Ambulatorium um Rat bitten. „Neben der
genauen Anamnese – seit wann, wie und wo äußern sich die Beschwerden? – wird ein
Hauttest sowie eine Blutuntersuchung angeboten“, so Ebner.
Die Behandlung von
allergischen Erkrankungen nutzt im Wesentlichen drei Möglichkeiten: „Die
Allergenvermeidung, die Behandlung der Symptome und die Hyposensibilisierung“,
erklärt der Lungenfacharzt Prim. Dr. Norbert Vetter. „Laut ARIA (Allergic
Rhinitis & its Impact on Asthma)-Guidelines der WHO kann die frühe
Behandlung des Heuschnupfens die Entwicklung von Asthma verhindern.“
Allergenen das Leben schwer machen
Die erste und wichtigste
Maßnahme in der Behandlung ist die Allergenvermeidung. Das heißt, Betroffene
sollen so weit es geht den Kontakt mit Allergie-Auslösern meiden oder
reduzieren. „Zwar ist es praktisch unmöglich, den mikroskopisch kleinen
Allergie-Auslösern gänzlich zu entkommen, es gibt jedoch zahlreiche Mittel und
Wege, die Allergen-Belastung spürbar zu reduzieren und so das Risiko für die
Entstehung von schweren chronischen Erkrankungen wie z.B. Asthma zu verhindern“,
rät Univ.Prof. Dr. Norbert Reider, Leiter der Allergie-Ambulanz an der
Uni-Klinik Innsbruck.
So verhelfen einfach durchzuführende Maßnahmen wie
regelmäßiges Lüften, milbendichte Bett-Überzüge oder HEPA (High-Efficiency
Particulate Air)-Allergenfilter schnell zu einer wesentlichen Verbesserung der
Wohn- und Lebensqualität. Den Hausputz werden Allergiker am besten anderen
überlassen. Wenn es mal nicht anders geht, dann nur mit einer
Allergen-Schutzmaske.
Diese und mehr praktische und hilfreiche Empfehlungen hat die
IGAV (Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung) in der Checkliste „Wohnen ohne
Allergene“ zusammengefasst. Indoor-Allergiker oder Eltern allergischer
Kinder können diese Checkliste, Adressen österreichischer Allergie-Ambulanzen
und -Ambulatorien sowie sonstiges Informationsmaterial kostenlos unter der
Telefon-Hotline 01/212 60 60 bestellen oder hier
downloaden.