Hochsaison für Ragweed-PollenLetzter Belastungshöhepunkt für Allergiker Die gute Nachricht für Allergiker: Langsam geht auch die Pollensaison 2004 dem
Ende zu. Die schlechte Nachricht: Mit den Ragweed-Pollen dominiert am Ende der
Pollensaison ein besonders aggressives Allergen, das schwere Rhinitis-Symptome
und sehr oft auch Asthma auslösen kann. Für Ragweed-Allergiker ist bereits seit
längerem ein spezieller Impfstoff verfügbar, der eine erfolgreiche Therapie
ermöglicht und das Asthmarisiko wesentlich senkt.
Auch Ende August und im September sind tränende Augen und eine rinnende Nase die typischen Begleiterscheinungen einer Pollenallergie. Kaum hat die Belästigung durch die Gräser-Pollen abgenommen, lauert mit den Ragweed-Pollen schon die nächste Belastung. Aufgrund der Witterungsentwicklung erwartet der Wiener Spezialist Ass.Prof Dr. Siegfried Jäger von der HNO-Universitätsklinik eine „starke bis sehr starke Ragweed-Saison“. Hohe Kosten durch aggressives Allergie-Unkraut "Verantwortlich für allergische Beschwerden im Spätsommer ist vor allem Ragweed, eine besonders aggressive Allergie-Pflanze, die sehr rasch immer neue Gebiete besiedelt, wodurch Ragweed-Allergien in zunehmenden Maße für die österreichischen Allergiker zum Problem werden“, erläutert Ass. Prof. Dr. Siegfried Jäger, Pollenexperte und Botaniker der Wiener HNO-Klinik. „In den letzten Jahren hat sich das Traubenkraut vom Osten kommend auch in Österreich rasant ausgebreitet. Vor allem entlang der Hauptverkehrsrouten aus dem Osten, aber auch in Gebieten mit Felderwirtschaft und bei Großbaustellen sowie sporadisch an Plätzen wo Vögel im Winter gefüttert werden, tauchen die Pflanzen auf und verstärken den Pollenflug, der noch immer größtenteils aus Ungarn nach Österreich eingeweht wird. Die stärksten Belastungen treten z.B. im Wiener Raum immer noch bei Südostwind auf. Jahr für Jahr steigt die Ragweed-Allergenbelastung signifikant an. Heute liegt der Anteil der von Ragweed betroffenen Allergiker bereits bei mehr als 35%“ erklärt Jäger. Damit verbunden sind auch enorme
volkswirtschaftliche Kosten: Pro Allergiker und Jahr verursacht Ragweed
geschätzte Kosten in der Höhe von 630 Euro. Hochgerechnet ergibt das einen
Betrag von rund 88 Millionen Euro pro Jahr. Nicht zuletzt wegen dieser Kosten
werden immer häufiger aktive Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung von Ragweed
gefordert.
Gezielt gegen Ragweed geht man demnächst in Niederösterreich vor: Gemeinsam mit Prof. Jäger, der Strassenmeisterei und den Bürgermeistern erarbeitet die Abteilung Gesundheit und Soziales der NÖ Landesregierung ein Konzept zur Eindämmung von Ragweed. In diesem Sinn hat Prof. Dr. Siegfried Jäger auch eine klare Empfehlung für die Bevölkerung vor allem im Osten Österreichs: „Wo immer Sie eine Ragweed-Pflanze sehen, vernichten Sie diese am besten mit samt den Wurzeln!“. Einfache Diagnose - Therapie senkt Asthma-Risiko bei Ragweed-Allergie Die Diagnose einer Ragweed-Allergie ist
anamnestisch durch die Beobachtung der typischen Beschwerden wie Rhinitis
allergica oder Asthma-bronchiale in den Monaten August und September möglich.
Präzise Ergebnisse über den Sensibilisierungsgrad liefert ein Bluttest auf
Ragweed (RAST-Kurzbezeichnung w1), der in allen Allergielaboratorien
durchgeführt wird.
Eine vielfach bewährte Therapie gegen die Ragweed-Allergie ist die Allergieimpfung oder Hyposensibilisierung. Durch regelmäßige Injektionen mit dem speziell für Ragweed-Allergiker entwickelten Impfstoff wird das Immunsystem des Patienten schrittweise an das Allergen gewöhnt. Damit wird der chronische Verlauf der allergischen Erkrankung verhindert. Die Ragweed-Impfung wird von Fachärzten und Allergieambulatorien durchgeführt. Die Kosten für die in Spritzen- und Tropfenform erhältliche Impfung werden zur Gänze von der Krankenkasse übernommen. IGAV-Ratgeber und Pollenwarndienst helfen Pollen vermeiden Wie man sich vor Pollen effektiv schützen kann, haben die Allergie-Experten der IGAV (Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung) in einem praktischen Ratgeber zusammengefasst. Der Ratgeber „Allergenvermeidung im Freien“ enthält neben hilfreichen Tipps und Tricks für den Alltag auch den Pollenkalender 2004 sowie Bezugsquellen von Produkten zum Schutz vor Pollen. Der Folder kann im Internet unter www.allergenvermeidung.org oder über die IGAV Telefon-Hotline 01/212 60 60 kostenlos angefordert werden. Mit Hilfe des Pollenwarndienstes lassen sich Freizeitaktivitäten im Freien, Ausflüge und Urlaube vorausschauend planen: unter www.pollenwarndienst.at können Allergiker die aktuellen Pollenflugprognosen für Österreich und Europa abrufen und so den auslösenden Allergenen entkommen. Laufend aktualisierte Diagramme zeigen den Verlauf der heurigen Saison im Vergleich zum langjährigen Mittel in allen Regionen Europas und Österreichs, und Pollen-Verbreitungskarten (3 pro Monat und Pollentyp) helfen bei der Urlaubsplanung. Der von der Aerobiologie-Gruppe der Wiener HNO-Klinik erstellte „Pollenkalender“ gibt einen groben Überblick über den Pollenflug in Österreich und die Pollensaisonen im Jahresverlauf.
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