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Allergenvermeidung bei Kindern und Jugendlichen
Immer mehr allergische Kinder in Österreich
Noch vor zwei Generationen war Heuschnupfen eine exotische Erkrankung. Doch seit den 60er Jahren verdoppelt sich die Zahl der Allergiker im Zehn-Jahres-Rhythmus. Allergische Erkrankungen stellen somit ein weltweit wachsendes Gesundheitsproblem dar. Zurzeit leidet etwa jeder Vierte der industrialisierten Bevölkerung an einer Allergie. Experten gehen davon aus, dass bereits im Jahr 2015 jeder Zweite betroffen sein wird und sprechen deshalb von der „Allergischen Epidemie“ – die auch vor Kindern nicht halt macht.
Die Ergebnisse der größten bisher durchgeführten internationalen Epidemiologie-Studien [1], an der zwischen 1995 und 2003 weltweit mehr als 460.000 (darunter knapp 7.000 österreichische) Kinder und Jugendliche teilgenommen haben, zeigten eine deutliche Zunahme an allergischen Erkrankungen. Wobei Österreich damals noch im unteren Mittelfeld im Vergleich zu den anderen Ländern lag. Laut einer aktuellen Studie, an der auch die Wiener Medizinische Universität maßgeblich beteiligt war, befindet sich Österreich eindeutig auf Aufholjagd [2]. Während in manchen europäischen Ländern inzwischen ein Plateau erreicht ist, steigen allergische Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen (med. allergische Rhinitis) und Neurodermitis (med. atopische Dermatitis) bei österreichischen Kindern weiterhin an. Inzwischen leidet etwa jedes zehnte Baby an Neurodermitis, pro Schulklasse sitzen im Schnitt zwei asthmakranke Kinder und jeder vierte Teenager ist von irgendeiner Form von Heuschnupfen betroffen.
Mögliche und wahrscheinliche Ursachen
Rund die Hälfte aller Kinder besitzt eine grundsätzliche Bereitschaft Allergien zu entwickeln (Atopie). Ob die Erkrankung tatsächlich ausbricht, hängt von mehreren Faktoren ab. Die genauen Ursachen für die Entstehung und Zunahme allergischer Erkrankungen sind allerdings noch nicht vollständig erforscht.
- Vererbung: Ist ein Elternteil allergisch, liegt das Risiko für das Kind bei rund 30% auch Allergien zu entwickeln. Sind Vater und Mutter Allergiker, steigt diese Wahrscheinlichkeit auf über 60%. Der Großteil der Allergiker-Kinder ist allerdings nicht erblich vorbelastet.
Zum ererbten Risiko kommen meist auch noch äußere Einflüsse, die das allergische Fass zum Überlaufen bringen. Den Beweis bringen alle Studien, die die Entwicklung und das Entstehen von Allergien untersuchen. Sie zeigen, dass Allergien in Ländern mit westlichem Lebensstil vermehrt auftreten, woraus man schließen kann, dass Umweltfaktoren und Lebensbedingungen großen Einfluss auf das Allergierisiko haben.
- Kinder rauchender Eltern kommen mit kleinerer Lunge zur Welt. Zudem gilt Rauchen als größter Risikofaktor für die Entstehung von Asthma.
- Lebensstil: Wer sich besonders viel in geschlossenen und gut isolierten Räumen mit typischen Allergenen wie Hausstaubmilben aufhält, läuft schneller Gefahr, zum Allergiker zu werden.
- Hygiene: Die Hygiene-Errungenschaften haben viele tödliche Erkrankungen verhindert. Achtung allerdings vor übertriebenen Hygiene-Maßnahmen. Risikokinder sollten zwar nicht im allergenkontaminierten Umfeld aufwachsen – sterile Bedingungen sind aber auch schlecht. Damit sich das Immunsystem gesund entwickeln kann, braucht es den ausgewogenen Kontakt mit Bakterien und anderen Erregern.
- Antibiotika & Impfung: Werden Medikamente zu häufig und schon bei banalen Infekten eingesetzt, kann das Immunsystem nicht lernen zu unterscheiden, welche „Eindringlinge“ dem Körper tatsächlich Schaden zufügen können und welche völlig harmlos sind. Impfungen sind in diesem Zusammenhang übrigens kein Thema – weder verursachen sie Allergien, noch schützen sie davor.
- Bewegungsmangel, einseitige Ernährung und Stress-Situationen wie etwa die Trennung der Eltern können einen Einfluss auf das Allergie-Risiko haben.
Allergiker-Karriere: Es kann im Babyalter beginnen
Allergiker-Karriere nennt man das Durchleben mehrerer allergischer Beschwerdebilder: Im Säuglingsalter dominieren Nahrungsmittelallergien und Neurodermitis (med. atopische Dermatitis). Im Laufe der Jahre verliert der überwiegende Teil der Kinder diese Allergien wieder. Allerdings ist dann oft eine Sensibilisierung gegenüber Katzenhaaren, Hausstaubmilben und Pollen zu beobachten. Im Schul- und Teenageralter dominieren schließlich Antikörper gegen Pollen. Diese unerwünschte „Karriere“ verläuft in den meisten Fällen ähnlich, bei manchen Kindern beginnt sie aber auch erst später mit Heuschnupfen (med. Rhino-Konjunktivitis).
Die Etappen der Allergiker-Karriere
Die Tabelle zeigt, in welchem Alter welche Allergien am häufigsten auftreten:
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Typisches Alter
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Krankheitsbild
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Mögliche Symptome
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Häufige Allergie-Auslöser
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Baby&Kleinkindalter (ca. 0-3 Jahre)
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Neurodermitis (bleibt manchmal bis zur Pubertät stehen)
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Gerötete, verkrustete, stark juckende Haut
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Vielfältig, z.B Wetterwechsel, raue Kleidung, Stressfaktoren, manchmal Nahrungsmittel, selten Hausstaubmilbe oder Pollen
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Nahrungsmittel-Allergie
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Erbrechen, Verstopfung oder (blutiger) Durchfall, Bauchschmerzen, verzögerte Gewichtszunahme, Gewichtsverlust, deutliche Verschlechterung der Neurodermitis, Hautausschläge (Nesselausschlag), Gesichtsschwellung
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z.B. Kuhmilch, Hühnerei, Weizen, Soja, Erd- und Baumnüsse, Fisch
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Kindes- und Jugendalter
(ca. 3-12 Jahre)
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Inhalationsallergie (Heuschnupen und Asthma)
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Obere Atemwege. juckende geschwollene Augen, verstopfte Nase, Niesreiz,
Bronchien, Lunge:
Husten, pfeifender Atem, Atemnot
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Fell tragende Tiere wie Katze, Hamster, Meerschweinchen etc., Hausstaubmilbe, Pollen
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Jugendalter
(ca. 12-18 Jahre)
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Kreuzallergie (häufige Folge einer bestehenden Pollen- oder Nahrunsmittelallergie)
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Kitzeln an den Lippen oder im Mund, Durchfall, Bauchschmerzen, Gesichtsschwellung, Hautausschläge (z.B. Nesselausschlag), Ödeme
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z.B. Kern- und Steinobst bei Birkenpollenallergie.
Tabelle möglicher Kreuzreaktionen siehe hier!
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altersunabhängig
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Insektengitallergie
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Schwellungen im Gesicht und Halsbereich, Hautausschläge (z.B. Nesselausschlag), Übelkeit, Atemnot, Schwindel, Unruhe, Herzrasen, Kreislaufzusammenbruch
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Biene, Wespe
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Symtome sind vielfältig
Die Neigung eine Allergie zu entwickeln, beginnt mit einer sogenannten Sensibilisierung. Das bedeutet, der Organismus bereitet sich auf einen weiteren Kontakt mit dem Allergen vor und kann dann mit allergischen Symptomen reagieren (siehe Tabelle).
Allergische Reaktionen sind meist lokale und milde Beschwerden vorwiegend an Haut, Augen und Nase. Allergien gegen Nahrungsmittel, Insektengift und Arzneimittel können schwer, mitunter sogar lebensbedrohliche Reaktionen hervorrufen (Kreislaufschock). Bei ersten Warnsignalen müssen sofort Erste-Hilfe-Maßnahmen gesetzt: Kind liegend versorgen, Beine hoch lagern, Notfall-Medikamente verabreichen und der Notarzt gerufen werden.
Sie können Ihr Kind schützen
Maßnahmen zur Vorbeugung, die den Ausbruch einer allergischen Erkrankung verhindern oder zumindest verzögern bzw. die Beschwerden lindern können:
Risikokinder
- Ernährung in der Schwangerschaft: Der Speiseplan der werdenden Mutter sollte möglichst abwechslungs-, vitamin- und mineralstoffreich sein. Keine selbstgewählten Diäten, nur wenn vom Allergologen empfohlen!
- Geben Sie das Rauchen auf und halten Sie die Wohnung rauchfrei. Passivrauch kann das Allergierisiko erhöhen und stellt einen großen Risikofaktor für die Entwicklung von Asthma bronchiale Ihres Kindes dar.
- 4 Monate ausschließliches Stillen (ab dem 5. Lebensmonat mit dem Zufüttern beginnen): Stillen bis zum 4.-6. Lebensmonat soll gefördert werden. Ist Stillen nicht möglich, kann nach Rücksprache mit dem Arzt auf Ersatznahrung, hypoallergene (H.A.) Babynahrung, ausgewichen werden.
- Sanierung des Wohnraums: Entfernen Sie Staubfänger (z.B. Teppiche) aus dem Kinderzimmer, verwenden Sie waschbare (mind. 60ºC) Schlafsäcke und Kuscheltiere. Vermeiden Sie Tabakrauch, sorgen Sie mehrmals am Tag für gute Durchlüftung.
- Keine Fell tragenden Haustiere anschaffen.
Bereits allergiekranke Kinder
Es ist wichtig, den Kontakt mit Allergie-Auslösern zu meiden bzw. Allergene zu reduzieren, um einer Verschlechterung der Beschwerden und der Entstehung weiterer Allergien entgegenzuwirken. Allergenvermeidung ist zugleich auch wichtiger Bestandteil der Therapie und erfordert sorgfältige Planung und Beratung.
- Nahrungsmittelallergie: Diät und Spezialnahrungen - Nur die Diät hilft – also das strikte Weglassen allergieauslösender Lebensmittel. Nach genauer Abklärung ausgesprochene Diätempfehlungen sind im Kleinkindesalter für viele Nahrungsmittel nur 1-2 Jahre lang gültig. Danach muss eine neuerliche Abklärung erfolgen, da Kleinkinder häufig eine Toleranz entwickeln – 2/3 vertragen ab dem 3. Lebensjahr die Milch wieder. Keinesfalls Diäten auf Vermutung und ohne genaue Diagnose, Empfehlung und Beratung durch einen geschulten Diätologen! Für Säuglinge mit Kuhmilchallergie gibt es Spezialnahrungen, die keine Kuhmilchallergene enthalten.
- Neurodermitis: Achten Sie auf hautfreundliche Kleidung (keine Wolle, besser Baumwolle oder Spezialseide). Eine Basispflege mit rückfettenden Cremen oder Ölbädern beugt Krankheitsschüben vor, hilft den Säureschutzmantel der Haut zu stabilisieren und Infektionen zu verhindern.
- Innenraumallergie: Die Allergenbelastung im Kinderzimmer sollte möglichst gering gehalten werden (siehe Allergenvermeidung im Wohnbereich). Bei Hausstaubmilbenallergie sind milbendichte Bettüberzüge sehr empfehlenswert. Bei Allergien gegen Tiere müssen diese aus den Wohnräumen entfernt werden. Achten Sie darauf, dass keine Tiere in den Kindergarten oder in die Schule mitgenommen werden, damit die Kinder mit Tierhaarallergie keine Probleme bekommen.
- Pollenallergie: Lüften zu belastungsarmen Zeiten und Pollenfilter an Fenstern und im Auto können Erleichterung bringen. Tipp: Den tagesaktuellen Pollenflug kann man unter www.pollenwarndienst.at abrufen. Mit Hilfe des Pollen-Tagebuchs auf phd.polleninfo.org können Patienten ihre Beschwerden an Augen, Nase und Lunge mit den Werten des Pollenflugs der Orte, an denen sie sich aufgehalten haben – ganz egal wo in Europa – verbinden und auf einen Blick die wesentlichen Zusammenhänge erkennen.
- Kreuzallergie: Auch hier gilt: Die allergieauslösenden Lebensmittel weglassen. Mehr dazu hier!
Frühe Diagnose erspart spätere Komplikationen
Nehmen Sie mögliche, auf Allergien hinweisende Beschwerden Ihres Kindes unbedingt ernst und fragen bereits bei ersten Anzeichen (Schnupfen, ständiger Husten), die viele Wochen andauern, Ihren Haus- oder Kinderarzt um Rat, der Sie gegebenenfalls an einen allergologisch versierten Spezialisten überweist. Hier finden Sie eine Liste aller Allergie-Ambulanzen und –Ambulatorien in Österreich.
Die Diagnose erfolgt schrittweise und umfasst mehrere Möglichkeiten:
- Anamnese: Das Gespräch zwischen Arzt und Patient bzw. Eltern liefert wichtige erste Hinweise. Dabei wird hinterfragt, wann, unter welchen Umständen und in welcher Intensität welche Symptome auftreten.
- Hauttest: Geringe Mengen eines standardisierten Allergen-Konzentrats oder des verdächtigten Nahrungsmittels werden auf die Haut aufgetragen und in die oberste Hautschicht geritzt. Eine allergische Reaktion äußert sich durch eine juckende Quaddel, ähnlich einem Gelsenstich.
- Labortest: Durch den Nachweis von sog. IgE-Antikörpern im Blut kann die Sensibilisierung bestätigt werden. Bevorzugt wird die Blutuntersuchung bei sehr kleinen Kindern sowie bei Verdacht auf Insektengiftallergie durchgeführt.
- Eliminationstest bei Nahrungmittelallergien: Das verdächtigte Nahrungsmittel wird ca. 2 Wochen weggelassen. Sehr hilfreich ist das Führen eines Symptome-Tagebuches.
- Provokationstest: Bringt in Einzelfällen letzte Sicherheit. Dabei wird unter medizinischer Aufsicht im Krankenhaus eine geringe Dosis des Allergens direkt am betroffenen Organ (Nase, Augen, orale Aufnahme) angebracht. Eine kontrollierte Gabe ist besonders bei Nahrungsmittelallergien sinnvoll und gut.
- Lungenfunktionstest: Bei Verdacht auf eine Ausweitung der Allergie in die unteren Atemwege wird zusätzlich ein Lungenfunktionstest durchgeführt. Dabei wird gemessen, mit welcher Geschwindigkeit Luft aus der Lunge geblasen werden kann. Bei Asthmatikern sind die Atemwege verengt und dadurch ist die Ausblasmenge pro Minute entsprechend geringer. Der Test ist zumeist erst ab dem Vorschulalter gut durchführbar.
Reagiert das Kind auf bestimmte Nahrungsmittel, kann außer einer echten Allergie manchmal auch eine Überempfindlichkeitsreaktion vorliegen (z.B. Laktose, Fruktose) Diese Abgrenzung kann ausschließlich der spezialisierte Facharzt vornehmen. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite über Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten.
Rechtzeitige Therapie kann Allergiker-Karriere verhindern
Auf Basis der Diagnose-Ergebnisse wird die weiterführende Behandlung entschieden. Dabei geht es darum, die Krankheitssymptome zu reduzieren, die Lebensqualität des Kindes zu verbessern und die Entstehung von chronischem Asthma und weiterer Allergien zu verhindern.
Je nach Krankheitsbild und betroffenem Organ gibt es mehrere Möglichkeiten, eine allergische Erkrankung zu behandeln:
Symptom-lindernde Therapie
Zahlreiche gute Wirkstoffe kommen bei Auftreten von allergischen Symptomen zum Einsatz. Diese heilen zwar nicht, wirken aber gut gegen Symptome.
- Antihistaminika: Wirken abschwellend, kommen oral oder lokal (Auge, Nase) bevorzugt bei Heuschnupfen und Nesselsucht zum Einsatz.. Damit erleichtern sie allergische Beschwerden wie Niesen, Juckreiz und tränende Augen.
- Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten: Sie können bei Asthma bronchiale zusätzlich zu den kortisonhältigen Sprays als Tablette gegeben werden und sind inzwischen auch für die Behandlung der saisonalen Pollenallergie zugelassen.
- Beta-2-Sympathomimetika: Wirken Bronchien erweiternd und entkrampfen einem Asthmaanfall die Bronchialmuskulatur.
- Steroide: Wirken entzündungshemmend. Werden lokal bei Neurodermitis als Salbe, bei Heuschnupfen mit verlegter Nasenatmung und Asthma als Spray verwendet.
- Adrenalin: Notfall-Medikament zur Selbstinjektion (Autoinjektor) für Nahrungs- und Arzneimittel- sowie Insektengiftallergiker. Es stabilisiert bei einem allergischen Schock den Kreislauf.
Kausale Therapie
Dazu zählt das Meiden von Allergenen sowie die spezifische Immuntherapie (Allergie-Impfung), die v.a. bei Pollen-, Hausstaubmilben- und Insektengiftallergien von der WHO zusätzlich zur symptomatischen Therapie (ab dem 5.-6. Lebensjahr, bei Insektengiftallergie auch früher) empfohlen wird. Das Immunsystem wird regelmäßig mit dem allergieauslösenden Stoff konfrontiert, wodurch die überempfindlichen Abwehrkräfte behutsam wieder an den Allergieauslöser gewöhnt werden. Sie setzt direkt am Immunsystem an und greift unmittelbar in den Krankheitsprozess ein. Weil damit die Ursache und nicht allein die Symptome bekämpft werden, können die Beschwerden einer Allergie langfristig, mitunter sogar dauerhaft gelindert werden. Eine chronische Erkrankung der Atemwege und ein Fortschreiten der Allergiker-Karriere von den oberen auf die unteren Atemwege können damit oft verhindert werden. Therapiedauer: ca. 3 Jahre, Erfolgsquote je nach Allergie: zwischen 70-90%.
Schulung der Eltern
Speziell was das Erkennen von Frühsymptomen, das Reagieren in einer allergischen Notsituation und die Handhabung des lebensrettenden Adrenalin-Autoinjektors betrifft, müssen Eltern aber auch sonstige betreuende Personen (z.B. Kindergärtner, Lehrer) entsprechend geschult werden. Es werden auch Allergie- und Asthma- sowie Neurodermitis-Schulungen angeboten.
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1 ISAAC (International Study of Asthma and Allergies in Childhood)-Studie, The Lancet
2 Schernhammer et al., Pediatric Allergy Immunology 2008
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