"Neurodermitis-Tourismus": Alles andere als erholsame Ferien


Prof. Dr. Bodo Niggemann
Charité, Medizinische Fakultät
der Humboldt Universität zu Berlin
Abteilung für pädiatrische
Pneumologie & Immunologie

Neurodermitis ist eine chronische Entzündung der Haut, verbunden mit einer Störung der Barrierefunktion. Oft treten die Symptome wie der sog. Milchschorf (nässendes Wangenekzem) bereits im Säuglingsalter auf und bessern sich bis zum Schulalter. Im Vordergund steht ein zum Teil extremer Juckreiz. Bis eine Verbesserung der Symptomatik eintritt, machen die verzweifelten Eltern häufig eine wahre Odyssee durch, bei dem sie von einem Arzt oder Heiler zum Nächsten wandern.


Besserungen werden oft den zuletzt durchgeführten Maßnahmen zugeschrieben, wobei meist Kausalität mit zeitlichem Verlauf gleich gesetzt wird. Neurodermitis verläuft in wechselnden Schüben. Beschwerde-intensive Phasen wechseln mit symptomfreien Intervallen ab. So ist es durchaus möglich, dass eine Linderung oder eine Verschlechterung der Symptome unabhängig von der Therapie eintritt.


Das Krankheitsbild verläuft bei jedem Kind verschieden, verändert sich und muss deshalb individuell und den momentanen Symptomen entsprechend behandelt werden. "Die" (Wunder)Salbe für "den" (typischen) Patienten gibt es nicht.


Wichtig ist, einen dermatologisch erfahrenen Kinderarzt zu finden, zu dem Eltern und Kind Vertrauen aufbauen. Mit ihm zusammen sollte ein individuelles Therapiekonzept erarbeitet werden, das auf Verfahren beruht, von denen Wirkungen und Nebenwirkungen gut evaluiert sind.

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