Farmer- oder Taubenzüchterlunge: oft verkannt
Als Pulmologe bin ich immer wieder mit den Folgen von
zu spät erkannten Typ III Allergien konfrontiert.
Besonders dramatisch kann zB eine lang unbehandelte
exogen allergische Alveolitis, eine entzündliche
Reaktion der Lungenbläschen (Alveolen), sein, die
häufig mit schweren Lungenfunktionseinschränkungen
verbunden ist, wenn man sie nicht rechtzeitig erkennt
und therapiert. In Einzelfällen muss sogar eine
Transplantation durchgeführt werden. Krankheitsverursacher
sind organische Substanzen wie zum Beispiel, Vogelkot
oder Sporen von Schimmelpilzen, die im feuchten Heu besonders
optimale Lebensbedingungen vorfinden. Die Anzeichen
wie Atemnot, Husten und Fieber werden häufig mit
einem grippalen Infekt verwechselt und entsprechend
behandelt. Der Kontakt mit den Auslösern wird deshalb
auch nicht vermieden, was die eigentliche Therapie darstellt
(Expositionsvermeidung)! Die Lungenbläschen entzünden
sich immer wieder erneut und das Lungengewebe wird zerstört.
Diese Erkrankung wird auch als Farmer- oder Taubenzüchterlunge
bezeichnet.
Um diese Komplikationen zu vermeiden, ist es für
die Betroffenen (z.B. Landwirte, Vogelzüchter)
besonders wichtig sofort einen Spezialisten zu konsultieren,
sobald der erste Verdacht besteht. Nur er kann feststellen,
ob es sich um eine harmlose Grippe oder um eine gefährliche
Lungenerkrankung handelt.
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