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Farmer- oder Taubenzüchterlunge: oft verkannt

Als Pulmologe bin ich immer wieder mit den Folgen von zu spät erkannten Typ III Allergien konfrontiert. Besonders dramatisch kann zB eine lang unbehandelte exogen allergische Alveolitis, eine entzündliche Reaktion der Lungenbläschen (Alveolen), sein, die häufig mit schweren Lungenfunktionseinschränkungen verbunden ist, wenn man sie nicht rechtzeitig erkennt und therapiert. In Einzelfällen muss sogar eine Transplantation durchgeführt werden. Krankheitsverursacher sind organische Substanzen wie zum Beispiel, Vogelkot oder Sporen von Schimmelpilzen, die im feuchten Heu besonders optimale Lebensbedingungen vorfinden. Die Anzeichen wie Atemnot, Husten und Fieber werden häufig mit einem grippalen Infekt verwechselt und entsprechend behandelt. Der Kontakt mit den Auslösern wird deshalb auch nicht vermieden, was die eigentliche Therapie darstellt (Expositionsvermeidung)! Die Lungenbläschen entzünden sich immer wieder erneut und das Lungengewebe wird zerstört. Diese Erkrankung wird auch als Farmer- oder Taubenzüchterlunge bezeichnet.

Um diese Komplikationen zu vermeiden, ist es für die Betroffenen (z.B. Landwirte, Vogelzüchter) besonders wichtig sofort einen Spezialisten zu konsultieren, sobald der erste Verdacht besteht. Nur er kann feststellen, ob es sich um eine harmlose Grippe oder um eine gefährliche Lungenerkrankung handelt.

 

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Prim. Univ.-Doz. Dr.
Rolf Wolfgang Pohl
Niederösterreichisches
Landeskrankenhaus Grimmenstein

 

 

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