Insektengift-Allergie

Bis zu 4% der Bevölkerung in Österreich, also rund 300.000 Menschen, reagieren auf die Stiche von Bienen und Wespen allergisch. Bereits der erste Stich kann empfindlich machen, sodass schon der nächste den gefürchteten "allergischen Kreislaufschock" (anaphylaktischer Schock) auslösen kann, der im schlimmsten Fall tödlich ist. 

Die Auslöser

Nur wenige stechende Insekten können beim Menschen eine Allergie auslösen: In Österreich sind es vor allem Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen. Aufgrund ihrer großen Zahl und Nähe zum Menschen sind Bienen und Wespen die wichtigsten Allergieauslöser. Dagegen stechen Hummeln und Hornissen relativ selten und sind kaum von Bedeutung.

Wespen sind ca. 1,5 cm lang. Sie sind nur gering behaart und zeigen eine auffällige schwarzgelbe Bänderung. Die Wespentaille ist besonders ausgeprägt.
Bienen sind ca. 1,5 cm lang und am ganzen Körper stark behaart. Der Hinterleib hat eine bräunliche Färbung mit nur wenig auffälliger Bänderung.
Hummeln sind meist größer und wesentlich stärker behaart als Bienen. Viele Arten zeigen eine auffällige braun-oder schwarz-weiße Bänderung. Sie sind wenig aggressiv und Stiche werden selten beobachtet.
Hornissen sind in Europa selten geworden. Sie unterscheiden sich von den Wespen vor allem durch die Körpergröße von ca. 2,5 cm. Die Königin kann bis zu 3 cm groß werden. Die Brust ist rot gezeichnet.

Bienen bilden große, mehrjährige Völker mit bis zu 40.000 Arbeiterinnen. Die Flugzeit erstreckt sich von Ende Februar bis Anfang Oktober. Stiche sind im Allgemeinen eine Abwehrreaktion, z.B. wenn man barfuß auf eine Biene tritt. Sehr stechfreudig sind Bienen dagegen in der Nähe ihrer Nester und bei schwülwarmem Wetter.

Bei Wespen überwintert nur die Königin, die im Frühjahr einen neuen Staat aufbaut. Daher sind sie im August und September in großer Anzahl anzutreffen. Die Arbeiterinnen sammeln dann auch Süßwaren, zuckerhaltige Getränke, Fleisch oder Schinken. Dabei reagieren sie bei Störungen mit aggressivem Verhalten, so dass Menschen auch außerhalb des Nestbereichs häufig gestochen werden.

Die allergische Reaktion

Allergische Reaktionen können äußerst dramatisch ausfallen und treffen Allergiker oft unvorbereitet, nachdem sie vielleicht jahrelang nicht mehr gestochen wurden. Sie treten sehr schnell auf – meist innerhalb von Sekunden bzw. Minuten nach dem Stich. Um lebensbedrohliche Situationen rechtzeitig zu vermeiden, ist es wichtig, erste Warnsignale zu erkennen und ernst zu nehmen.

Ein Verdacht auf eine Allergie ist gegeben, wenn die Schwellung um die Einstichstelle unnatürlich groß wird (größer als 10 cm) und länger als 24 Stunden anhält. Treten Symptome auch an anderen Körperstellen auf, ist die Allergie stärker ausgeprägt:

Kommt es gar zum gefürchteten "anaphylaktischen Schock" mit rapide abfallendem Blutdruck, Ohnmacht und Kollaps, kann dies ohne sofortige ärztliche Hilfe sogar tödlich sein. Meist gehen diesem Extremfall folgende Symptome voraus: Brennen und Jucken an Handflächen, Fußsohlen, im Rachenraum und an der Zunge, begleitet von oft heftigen Atembeschwerden, Hitzewallungen und Schwäche- sowie starken Angstgefühlen.

Treten nach einem Insektenstich Beschwerden auf, die über eine Schwellung und Rötung hinausgehen, sollte man auf alle Fälle einen Arzt aufsuchen. Der Allergologe kann schnell und präzise eine Insektengiftallergie erkennen und die richtige Behandlung auswählen sowie den Patienten mit einem Notfallset ausstatten. Der Kontakt mit Bienen und Wespen sollte möglichst gemieden werden. Hier ein paar Tipps, wie man das Risiko senken kann, gestochen zu werden.

Info-Tipps

IGAV-Ratgeber "Allergischer Notfall": informiert über die wichtigsten Schritte im Ernstfall sowie über Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung.

Abbildung Cover www.initiative-insektengift.at: Betroffene erhalten hier unter dem Motto „Sicher durch den Sommer“ umfassende Information über Warnzeichen, Vorbeugung, Behandlung und richtiges Verhalten im Notfall sowie Tipps und Hilfestellung.

Video Insektengiftallergie