Expertenmeinungen

Das meinen die Experten
(in alphabetischer Reihenfolge)

Univ. Prof. Dr. Werner Aberer

Leiter der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Graz

Keine Experimente mit der Gesundheit!

Eine Allergie ist eine chronische Krankheit, die nicht innerhalb kurzer Zeit geheilt werden kann und ernst genommen werden muss. Experimente sind fehl am Platz. Bleiben allergische Beschwerden nämlich zu lange un- oder unterbehandelt, muss man mit schwerwiegenden Folgen rechnen. Eine Allergie ist also weder eine „kranke Schwingung“ noch eine „Vergiftung“, weder eine „energetische Störung“ noch die Auswirkung einer „nicht gelebten Aggression“ sondern eine sehr komplexe Funktionsstörung des Immunsystems. Allergische Beschwerden können somit weder einfach „gelöscht“ noch „weghypnotisiert“ werden!

Für einige Methoden abseits der Schulmedizin wie z.B. Akupunktur, Entspannungstechniken, Atem- und Physiotherapie konnte die Wirksamkeit bei Atemwegserkrankungen nachgewiesen werden. Viele Menschen machen gute Erfahrungen und auch Schulmediziner empfehlen sie ergänzend zu klassischen Therapien. Unterstützend können komplementäre Behandlungsmethoden die Befindlichkeit und Lebensqualität von Allergikern also durchaus verbessern. Von einer alleinigen Anwendung alternativer Methoden ist aber abzuraten. Diese kann sogar gefährlich werden, etwa wenn bei allergischem Asthma die Steroidinhalation beendet oder für die Behandlung von Notfällen bei Insektengiftallergie anstatt der „gefährlichen Medizin Adrenalin“ ein homöopathisches Apis-Produkt bereitgehalten wird.

Univ. Prof. Dr. Norbert Reider

Leiter der Allergieambulanz, Universitätsklinik für Dermatologie, Innsbruck

Sonnenallergie: Keine echte Allergie?

Der so genannten Sonnenallergie oder "Polymorphen Lichtdermatose", wie der medizinische Ausdruck lautet, liegt möglicherweise gar kein echtes allergisches Geschehen zugrunde, zumindest konnte bisher kein Auslöser identifiziert werden. Es handelt sich um ein relativ häufiges Krankheitsbild, das vor allem hellhäutige Frauen betrifft.

Meist schon im Jugendalter kommt es alljährlich im Frühjahr oder durch die verstärkten Aufenthalt in der Sonne im Urlaub Stunden bis Tage nach dem Sonnenbad zum Auftreten von juckenden Knötchen und Bläschen an den frei getragenen Hautarealen. Innerhalb etwa einer Woche heilen die Veränderungen wieder ab. Typisch ist ein Gewöhnungseffekt im Verlauf des Sommers. Da die Sonnenallergie meist durch UVA ausgelöst wird, kann die Bestrahlung durch Glas (Auto!) als Auslöser ausreichen. Wenn die Sonnenallergie einmal aufgetreten ist, können lediglich Kortisoncremes und Juckreiz-stillende Maßnahmen die Symptome lindern.

Vorbeugend ist wichtig, sich langsam an die Sonne zu gewöhnen und hochwertige Sonnencremes oder Sonnenschutzkleidung mit einem stabilen UVA-Filter zu verwenden. Weiters besteht die Möglichkeit, im Frühjahr beim Hautarzt ein Vorbräunen mit UVA-Bestrahlungen durchzuführen, was meist gute Erfolge zeigt, allerdings jährlich wiederholt werden muss.

Prim. Dr. Gert Wurzinger

Vorstand der Pulmologischen Tagesklinik Landeskrankenhaus Graz West, Graz

Die Allergie-Behandlung basiert auf 3 Säulen

Obwohl in letzter Zeit hochpotente antiallergische Medikamente auf den Markt kamen, nehmen seit Jahren allergischer Schnupfen und allergisches Asthma bronchiale weltweit konsequent zu. Die Behandlung von allergischen Erkrankungen der Atemwege nützt im Wesentlichen 3 Möglichkeiten: 

  • Behandlung der Symptome
    Bronchialerweiternde und entzündungshemmende Medikamente sowie neue Antihistaminika und spezielle Antikörper gegen die allergische Entzündungsauslösung bewirken die Unterdrückung von allergischen Reaktionen im Körper.

  • Hyposensibilisierung
    Die allmähliche Gewöhnung des Immunsystems an das auslösende Allergen in Form von steigernder Dosierung durch Injektionen unter die Haut oder durch Aufnahme über die Mundschleimhaut ist eine grundlegende (kausale) Behandlung. Dies ist jedoch nur bei ganz bestimmten Allergien möglich. Manchmal kann dies auch lebensrettend sein (z.B. bei Bienen- oder Wespengiftallergie).

  • Allergenvermeidung
    Konsequentes Meiden von Allergenen führt in den meisten Fällen zu einer raschen Linderung der allergischen Symptome. Dazu ist jedoch eine entsprechende Aufklärung über das Vorkommen der allergisch wirkenden Substanzen und die Möglichkeiten der optimalen Gegenmaßnahmen notwendig. Weder die medikamentöse antiallergische Therapie noch die Hyposensibilisierung können auf die Allergenvermeidung verzichten. Sie soll die Basis jeder Behandlung allergischer Erkrankungen der Atemwege sein. 
News

21.06.2017
Europäischer Allergiekongress

Von 17. bis 21. Juni fand der Jahreskongress der europäischen Akademie für Allergologie und klinische Immunologie (EAACI), der weltweit größten...
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